die karte meiner träume | buchbesprechung

05 November 2017

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T. S. Spivet ist zwölf Jahre alt und ein genialer Kartograph. Denn er weiß genau, dass nichts von Dauer ist. Der Whiskykonsum seines Vaters wird ebenso in Diagrammen festgehalten wie die Anatomie von Glühwürmchen. Inmitten seiner merkwürdigen Familie lebt er auf einer Ranch in einem flachen Tal in Montana. Eines Nachts begibt sich T.S. auf die Reise nach Washington und damit in ein unglaubliches Abenteuer.
Reif Larsens Debüt ist ein Juwel: Ein mit vielen Karten und wundervollen Zeichnungen versehener Roman über Freundschaft, Kindheit, Schuld und über Zuhausesein. Ergreifend, geheimnisvoll und verspielt, ein wahres Feuerwerk von Gefühlen und Ideen.
»Die Karte meiner Träume« besitzt den Schimmer eines alten Hollywood-Films und ist gleichzeitig aufeinzigartige Weise neu.



An der Frankfurter Buchmesse des letzten Jahres haben uns die lieben Leute aus dem Fischer Verlag (Ganz herzliche Grüsse an Euch, falls ihr das hier lest!) dieses Prachtexemplar in die Hand gedrückt. Laut ihnen ist es eines der besten und speziellstes Buch, das im Fischer Verlag erschienen ist. Sie haben es sehr hoch angepriesen und dem entsprechend waren auch meine Erwartungen zum Buch sehr hoch. Ich war gespannt diesen Brocken zu lesen und hatte auf meiner Italienreise einige Stunden Zugfahrten vor mir, in denen ich mich Reif Larsens Werk widmen konnte. Meiner Meinung nach, war es bestimmt nicht eines der allerbesten Bücher, es hat mich schlussendlich einfach zu wenig interessiert, um ein Lieblingsbuch zu sein. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, im ersten Teil, dem Westen, stellt uns T.S. seine Arbeiten und seine Familie vor. Anhand von extrem vielen Illustrationen erklärt er uns seinen Alltag, erzählt, wer in seiner Familie, was zu tun hat, und erhält einen Anruf aus Washington. Er hat einen Preis gewonnen und sollte den nun entgegen nehmen - blöd nur, dass die Leute aus dem Museum nicht wissen, dass T.S. erst zwölf Jahre alt ist und nicht wie angenommen bereits volljährig. Aus Angst, seine Eltern wären nicht einverstanden, begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise. Diese ist der zweite Teil, sie bestehet aus einer langen Zugfahrt mit vielen kleinen und grossen Hindernissen, ein riesiges Abenteuer. Schlussendlich schafft er es das ganze Land zu durchqueren und erreicht den Osten, der somit den dritten und letzten Teil beschreibt. 

Von Beginn an hat man das Gefühl, dass man so etwa weiss, auf was die Geschichte hinausläuft, sie ist ziemlich voraus schaubar, bis auf ein Paar kleine unerwartete Wendungen. Ich weiss nicht genau, ob ich das nun als Kritikpunkt einstufen sollte, oder nicht, oftmals finde ich es nämlich auch in Ordnung, wenn klar ist, was passieren wird. Besonders hier - es hat irgendwie gepasst. Obwohl T.S. hochintelligent ist, ist er noch ein Kind und sehr unschuldig. Er ist ein sehr sensibler Protagonist und wirkt innerlich sehr zerbrechlich, es kostet ihn viel Mut diese Reise anzutreten und zu Schluss macht er es trotzdem. Wie schon 'Der Junge im Pyjama' hat das Buch hier den Bonus, dass es eben nicht aus der Sicht eines Erwachsenen geschrieben wurde, sondern eben aus derjenigen eines Kindes und genau darin liegt irgendwo der Reiz des ganzen Romanes. 



Das Buch hat eine wunderschöne Aufmachung. Es sieht bereits auf dem Buchcover sehr antik aus, eine richtige Schatzkarte. Im Buch innen hat es echt tolle Illustrationen, die von T.S. angefertigt wurden. Zu den Zeichnungen gab es immer noch einige Texte, die als Bemerkungen zwischen den Zeilen gelesen werden konnten. Anfangs war das etwas schwierig sich an das System zu gewöhnen, aber nach einiger Zeit habe ich mich dann schön damit abgefunden und fand es immer noch ganz angenehm etwas abzuschweifen. Ich habe gesehen, dass es einen Film zum Buch gibt, der Regisseur ist der gleiche wie bei Die fabelhafte Welt der Amelie Poulin. Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber der Trailer hat sehr süss ausgesehen und vielleicht komme ich die nächsten Tage einmal dazu.  Reif Larsen ist übrigens ein Amerikanischer Schriftsteller, 1980 geboren. Die Karte meiner Träume war sein erstes Werk und ist bereits 2009 erschien, der Film zum Buch erschien dann 2013.

almost adulting | buchbesprechung

03 November 2017

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Mit diesen YouTubern ist das ja so eine Sache. Im Grunde genommen sind sie nicht gross etwas anderes als es Blogger auch sind, nur halt in Videoform. Sie produzieren unterschiedlichsten Content und spielen in unseren heutigen Gesellschaft eine nicht ganz unwichtige Rolle. Für viele Leute haben YouTuber eine Vorbildfunktion eingenommen und helfen unzähligen Menschen im Leben weiter. Auch ich habe schon einige gute Räte von YouTubern erhalten, sofern man das so sagen kann. Sie geben einem das Gefühl, nicht alleine zu sein und können die Rolle einer Freundin oder eines Freundes übernehmen. Vor gut einem Jahr habe ich begonnen Arden Rose Videos zu schauen. Sie hat mich inspiriert und ich konnte einige gute Tipps von ihr gebrauchen. Auch die Videos von ihrem Freund Will Darbyshire gefallen mir. Als ich dann im Winter diesen Trailer gesehen habe und erfahren habe, dass sie ein Buch herausbringt, habe ich es mir sofort vorbestellt. 


oktober 2017 | monatsrückblick

01 November 2017

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allgemein
Der Oktober hat nun also den Herbst eingeläutet. Dafür sind wir aber dank dem wunderschönen Wetter noch gar nicht in Stimmung. Darüber beschweren wollen wir uns aber nicht. Denn wir hatten zwei Wochen Ferien und das schöne Wetter war eine tolle Begleiterscheinung dazu. Mara hat die Ferien in Paris verbracht, Anaïs in Italien, sie hat Rom und Sorrento einen Besuch abgestattet. Anfangs Oktober hat sich auch schon in der Schule der Rhythmus etwas verändert, wir haben eine Woche mit vielen Freund_innen verbracht und dabei auch einige schöne Dinge unternommen, die wir uns schon lange vorgenommen haben. Beispielsweise sind wir einige Ausstellungen entdecken gegangen und werden euch davon auch berichten.

bücher
Anaïs:
Marina Keegan, Das Gegenteil von Einsamkeit
Während einigen Monaten bin ich nun schon an diesem Buch dran. Im Oktober habe ich es endlich fertig gelesen. Das Schicksal der jungen Marina Keegan ist ergreifend, besonders wenn man ihre Texte sieht und heraushören kann, was sie alles noch so erleben wollte und weiss, dass das alles nicht mehr möglich ist. Ein schönes Werk mit ein Paar Geschichten, die mir geblieben sind, die meisten aber haben mir gar nicht gefallen, dennoch denke ich oft an einzelne zurück.

Zu diesem Buch ist bereits eine Rezension auf unserem Blog erschienen, mit Klick auf den Titel gelangt ihr dort hin. Das Buch hat mich etwas gespalten, einerseits war es sehr spannend, andererseits konnte ich mich mit der Form nicht so ganz anfreunden, was das Lesen etwas schwierig gemacht hat. Für Edouard Louis selbst ist es bestimmt ein unglaublich wichtiges Buch zur Verarbeitung, mich konnte es aber nicht ganz überzeugen.

Elena Ferrante, Die Geschichte der getrennten Wege
Elena Ferrante hingegen hat mich verzaubert! In meinem Italienurlaub war ich ganz in der Nähe vom Rione und habe ihr Buch regelrecht verschlungen. Selten konnte ich so in eine Welt eintauchen wie bei dieser langen Geschichte. Der dritte Band hat mich durch und durch gefallen, auf einmal wird es richtig politisch, ich kann mich immer mehr mit den einzelnen Charakteren anfreunden und freue mich richtig auf den vierten und letzten Band. Rezension folgt. 

Auch zu diesem Buch habe ich bereits eine kleine Buchbesprechung verfasst, einfach auf den Titel klicken. Dieses kleine, wunderschöne Buch habe ich innert kürzester Zeit beendet. Ich konnte Margriet de Moors Sprache folgen und ihr Schreibstil hat mir sehr gefallen. Besonders viel ist mir allerdings nicht in Erinnerung geblieben.

Reif Larsen, Die Karte meiner Träume
Das letzte Buch, das ich noch auf meiner FBM 2016 Liste habe, habe ich gut ein Jahr später ebenfalls beendet. Die Karte meiner Träume war eine Schatzreise, entführt in eine andere Welt, etwas komplett anderes und ein gutes Buch für eine Reise (das auch, wenn es extrem unhandlich ist). Ich konnte in die Welt von T.S. eintauchen und gemeinsam mit ihm bin ich mit dem Zug durch unbekannte Gegenden gefahren, auch hier folgt eine Rezension. 

Arden Rose, Almost Adulting
Almost Adulting ist seit längerem einmal wieder ein englisches Buch, das ich gelesen habe. Arden Rose ist eine YouTuberin aus den Vereinigten Staaten, die dieses Jahr einen Ratgeber für Teenager, die Erwachsen werden herausgebracht hat. Ich habe mir etwas mehr erhofft, wurde allerdings trotzdem unterhalten.  Eine Rezension folgt.

Mara:
Angie Thomas, The Hate U Give
Irgendwie bin ich diesen Monat gar nicht zum Lesen gekommen, gerade ein Buch habe ich durchgelesen. Das ist zwar auch ein rechter Schinken, aber ich habe ihn schnell und gerne gelesen. Es ist ein Jugendbuch, ein Genre, von dem ich eher abkam in der letzten Zeit. Die Thematik hat mich aber sehr interessiert und wurde unglaublich authentisch umgesetzt. Wenn ihr euch für das Buch interessiert, könnt ihr hier gerne meine Rezension lesen. Wenn ihr auch noch nicht wisst, was ihr danach lesen wollt, habe ich hier meine zwei Favoriten für euch rausgesucht: Ich bin gerade an beiden dran und sie gefallen mir sehr gut.
 

ausstellungen
Anaïs:
Eine Ausstellung für Dich, Helmhaus Zürich

Gemeinsam mit Mara und drei weiteren Freunden sind wir in der Spezialwoche im Helmhaus Zürich diese Ausstellung anschauen gegangen. Das Ausstellungsplakat bestand aus drei Elementen: Ein Pfeil, eine abstrahierte Weltkugel und der Schriftzug 'YOU'. Passend dazu hat die Ausstellung 'Eine Ausstellung für Dich' geheissen. Grundsätzlich schätzen wir das Helmhaus und seine oftmals interessanten Ausstellungen mit freiem Eintritt sehr. Hier hat uns aber der rote Faden gefehlt und nur das ein oder andere Ausstellungsstück gefallen oder angesprochen. Trotzdem ist so ein Museumsbesuch mit einigen Freunden eine superschöne Sache die im Alltag oftmals umgesetzt werden will aber keine Zeit findet.

Kunsthalle Zürich / Migros Museum für Gegenwartskunst
Die Kunsthalle Zürich und das Migros Museum für Gegenwartskunst liegen praktisch im gleichen Gebäude, weswegen wir auch beide kombinierten. In zweiterem haben wir besonders eine Ausstellung besucht, nämlich 'Spaces' welches moderne Fotografie in den Fokus rückte und wohl auch mit einem Fotografiewettbewerb in Verbindung stand. Viele haben uns berührt und konnten uns abholen. In der Kunsthalle war alles etwas unkonventioneller, es gab zwei Ausstellungen die beide sehr modern waren und verschiedenste Medien kombinierten. So spannend dieser Mix auch war, sprechen wir wohl für uns alle, wenn wir sagen, dass uns 'Spaces' eher geblieben ist.






Rebel Video, Landesmuseum Zürich
Mara hat euch im letzten Monatsrückblick bereits über diese Ausstellung berichtet, aber da ich sie nun auch gesehen habe, dachte ich, dass eine Zweitmeinung vielleicht noch spannend sein könnte. Auch ich fand die Videoinstallationen aus den 70/80er Jahren aus Zürich, Bern, Basel und London sehr spannend. Man hat einiges neues erfahren und einige Themen aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Mir waren es etwas zu viele Leute, ich habe kaum einen Platz gefunden und mit der Zeit hat meine Konzentration nachgelassen und ich war nicht mehr unbedingt aufnahmefähig. Nicht alles hat mich gleich interessiert, aber besonders die politischen Videos habe ich mich sehr gerne angeschaut. Gerade im Kopf bleibt mir eine Installation über eine Hausbesetzung in Zürich. 

theater
Anaïs:
Mon meilleur copain, Théâtre de l'Espérance (Genève)
Ich glaube, ich habe es irgendwann einmal erwähnt, aber ich tue es hier erneut: Im Januar gehe ich für ein Semester in die Westschweiz nach Genf für ein Austauschsemester. Ich freue mich sehr und bin unglaublich gespannt, was ich alles erleben werde. Meine Gastfamilie habe ich bereits kennengelernt und das letzte Oktoberwochenende bin ich erneut in die Romandie gefahren und habe ein schönes Wochenende verbracht. Wir sind untern anderem auch ins Theater gegangen. Es war eine dramatische Komödie (wohl bemerkt auf Französisch!). Normalerweise wäre ich wohl ein solches Stück nie schauen gegangen, da es meinen Humor nicht wirklich getroffen hat, aber auf Grund der Sprache, war es gar nicht schlecht einen solchen 'Schauck' anstelle eines 'ernsteren Stückes' zu sehen. Es ging um Bernhard und Phillipe, zwei beste Freunde, die beide ihre Frauen betrügen und es jeweils dem anderen in die Schuhe schieben. Eine Lügengeschichte auf die andere, sehr voraussehbar, sehr oft sehr flache Witze, aber dennoch irgendwie lustig. Die Schauspieler sind alles Amateure, die nebenbei noch einen anderen Beruf haben und während einer gewissen Zeit im Jahr ein Theater aufführen. Etwas ganz anderes, aber wieso nicht?

Mara:
Prometheus in Athen, Rimini Protokoll
Von der Gruppe Rimini Protokoll haben schon sicher einige von euch gehört. Es ist ursprünglich eine Theatergruppe, aber sie organisieren auch andersartige Performance und haben beispielswiese auch schon Hörspiele aufgenommen. Ich bekomme immer wieder gute Medienberichte über sie zu lesen und habe mich deswegen sehr gefreut, dass ich mit meinen Eltern Mitte Oktober nach Baden gefahren bin, um dort ihr aktuelles Stück 'Rimini Protokoll' zu sehen. Es läutet im Kurtheater Baden den griechischen Herbst ein, eine Saison, die nur Griechenland gewidmet ist. 'Prometheus in Athen' ist einerseits eine Neuinterpretation von Prometheus, behandelt aber auch die aktuelle Krise in Griechenland. Die Uraufführung fand 2011 statt, als es in Athen gerade zu brodeln begann. Es standen ganze 103 Laienschauspieler auf der Freiluftbühne, sie repräsentierten die Athener Bevölkerung nach aktuellster Statistik. In Baden sahen wir ein dann ein Dokumentartheater über das eigentliche Event, einige Schauspieler_innen waren angereist oder leben mittlerweile schon in der Nähe von Baden. Sie erzählten von ihrem Leben und dem der anderen Schauspieler, von ihren alten und neuen Gewohnheiten, von Athen nun. Das Stück hat eine ganz spezielle Stimmung vermittelt und hat mir insgesamt zwar gut gefallen, aber es war auch sehr langatmig und kam ganz sicher nicht an das ran, was ich mir vorgestellt habe. Es ist sehr abstrakt und vielleicht auch zu undifferenziert für uns hier. Ich denke, dass das Original in Athen nochmals eine komplett andere Wirkung hatte und das Publikum auch sicher anders abholen konnte. Trotzdem fand ich es schön, mal wieder ein Theater gesehen zu haben, und speziell war 'Prometheus in Athen' auf alle Fälle.



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