the hate u give | buchegedanken

27 Oktober 2017

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The Hate U Give ist ein Buch mit einer wütenden und lauten Voraussetzung: es geht um die Ermordung eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen durch einen weissen Polizist. Und damit geht es, das wissen wir dank dem Internet, um ein aktuelles Thema, welches viel zu tragisch ist, als dass ich es an dieser Stelle ein Phänomen nennen kann.

Unsere Protagonistin Starr Carter lebt in einem schwarzen Viertel, besucht jedoch als eine der wenigen eine 'weisse' High School, eine gute Stunde entfernt. So kommt es, dass sie sich zu Beginn des Buches zum ersten Mal auf einer Party in ihrer Nachbarschaft wiederfindet. Dort trifft sie seit längerem wieder ihren Kindheitsfreund Khalil, und kaum sind sie in ein tiefes Gespräch verfallen, verlassen sie den ORt aufgrund eines unvorhersehbaren Geschehnisses fluchtartig. Wenig später werden die beiden, nun in Khalils Auto, von der Polizei angehalten. Starr beschreibt mir Ehrfurcht, wie sich das anfühlt, erinnert sich an ein Gespräch mit ihren Eltern zurück. Es ging darum, wie sie sich als Schwarze in einer solchen Situation verhalten sollte. Die Stimmung ist unglaublich angespannt, und irgendwie ahnt man schon, was passiert. Wenig später liegt Khalil in einer Blutlache vor dem Auto.




Und da beginnt das Buch, Fragen zu stellen. Dabei liefert es präzise und eingängige Antworten, beispielsweise: Wo fängt Protest an? Ab da, wo man seine Stimme erhebt. Die Autorin Angie Thomas verleiht Starr die wohl stärkste Waffe: ihre Stimme. Ein so simples Alltagswerkzeug bekommt hier eine schier ungeheuerliche Macht, endlich mal seinen effektiven Wert, im wortwörtlichen wie übertragenen Sinne. Sie weiss ihre Stimme aber nicht von Anfang an einzusetzen, jedenfalls nicht genau wie. SO ist das ganze Buch ein lehrreicher Weg, für Starr ebenso wie für uns Leser_innenschaft. Ich bewundere es immer sehr, wenn ein_e Autor_in ein lehrreiches, aber nicht belehrendes Buch hervorbringt. Genau das, wie noch so viel mehr, hat Angie Thomas mit The Hate U Give geschafft. Zum einen hat sie endlich mal eine schwarze Protagonistin erschaffen, hat jugendliche und schwarze Protestkultur in den Fokus gerückt, lässt die Protagonistin Code-Switching betreiben. Das ist der Ausdruck dafür, wenn Starr sich in der weissen High-School-Area den Mund, vor allem aber den afroamerikanischen Slang verbietet, den sie in ihrem Viertel jedoch ständig anschläft.

Unglaublich viele Aspekte versammelt das Buch also, und ganz nebenbei ist es unglaublich mitreissend und einnehmend. Ich möchte es deswegen euch allen ganz nah ans Herz legen.

 
1 Kommentar
  1. THUG möchte ich unbedingt lesen, finde das Buch aber derzeit nicht mehr.

    Neri, Leselaunen

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