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15 August 2017

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Nach den Ferien wieder heimzukommen, ist ein wunderbares Gefühl, und auch wenn es das Ende einer Reise bedeutet, gehört es doch irgendwie dazu. Ich freue mich auch immer, wenn mich zu Hause etwas erwartet, und so fand ich, ganz glücklich darüber, drei Buch-Päckchen im Briefkasten. Heute stelle ich euch den Inhalt vor!



Das Alphabet der traurigen Frauen von Mia Grau

Waleska, Waleska -
du hasst deine Schwester.
Wenn die Eltern mal sterben,
wird bestimmt sie alles erben.

Mia Grau hat 26 traurige Frauen aus dem Leben gegriffen - oder erfunden. Doch sie zeigt damit ganz authentisch, dass die Traurigkeit in uns allen hockt, sei sie begründet oder unbegründet. Mit einem mal zynischen, mal melancholischen Ton spricht sie von den Dingen, von denen wir uns verraten fühlen - und das alles mit einem steten, etwas holprigen schwarzen Strich von Martin Fengel begleitet, in dessen zarten Krakeligkeit und Skurrealität die Situation einzigartig gespiegelt wird. Wunderschön!

Das Mädchen und der Gotteskrieger von Güner Yasemin Balci

Nimet ist 16 Jahre alt und lebt in Berlin. Eines Tages erhält sie über WhatsApp eine Nachricht von Saed, einem ihr unbekannten jungen Mann aus der Türkei - verführt von der Hoffnung auf die grosse Liebe, lässt sie sich ganz auf ihn und seine Welt ein. Sie weiss noch nicht, dass Saed für den IS kämpft. Eines Tages kommt von ihm keine Nachricht mehr. Ein Fremder meldet sich, Nimet müsse kommen. Sie macht sich ohne darüber nachzudenken auf zur türkisch-syrischen Grenze...

Beinahe beständig ist der IS ein Thema. Neben uns lebt eine Terrororganisation, die Angst verbreitet, und diese Angst dominiert in den Köpfen aller Menschen. Anschläge um Anschläge ereignen sich, was das Ganze nicht besser macht. Dahinter stecken aber Protagonisten, und so gerne man diese auch hassen möchte, so leiden viele und werde in diese Rolle gedrängt. Eine solche Geschichte erzählt dieses Buch, und es erschien nun als Taschenbuch. Menschlichkeit steckt sogar auch hinter so etwas Unmenschlichem...


Väterland von Christophe Léon

Gabrielle wurde von einem homosexuellen Paar adoptiert. Ihre Väter sind seit 15 Jahren verheiratet, doch ein neues Gesetz macht sie zu Ausgestossenen. Sie müssen eine rosa Raute tragen, verlieren das Recht, ihren Beruf auszuüben und dürfen das Ghetto nicht verlassen. Um ein Geburtstagsgeschenk für ihre Tochter zu kaufen, riskieren sie alles.

Ein Satz unter der Beschreibung, der das Buch bewirbt, gefällt mir besonders gut - 'Christophe Léon entwirft eine Zukunft die von Intoleranz, Gewalt und Angst bestimmt ist und uns in eine gar nicht so ferne Vergangenheit zurückwirft'. Aber auch in eine Zukunft, die gar nicht so weit entfernt ist, im Gegenteil, jetzt sogar schon Gegenwart ist. In Deutschland ist endlich die homosexuelle Ehe erlaubt! Und das macht uns beide natürlich sehr glücklich. In Frankreich, wo der Autor gerade wohnt, ist sie schon länger erlaubt, in der Schweiz müssen wir leider, ähnlich wie bei der Frauenstimme, noch einen etwas weiteren Weg gehen, den wir uns hoffentlich mit dieser wichtigen Lektüre versüssen - vielleicht das falsche Wort, wenn man die dringliche Aussage und das schreckliche Zukunftsszenario des Buches beachtet.


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