Nina und Tom | Buchgedanken

26 April 2017

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Tom liebt Nina. Nina liebt Tom. Sie hat nur noch wenige Tage zu leben. 

So jemanden wie Nina hat Tom noch nie gesehen: Sie sieht aus wie ein Knabe und hat diesen Gangsterblick, der keine Schwächen zulässt. Er selbst bastelt Feuerbomben und inszeniert Geschichten, die wie die Wahrheit klingen. In Barcelona lernen sie sich kennen, in Berlin experimentieren sie mit Sex, Pop und Drogen, und in L. A. gründen sie eine Familie. Nina & Tom sind das ungleiche Paar, das nur die Extreme kennt. Doch nun, nach dreißig gemeinsamen Jahren, ist Nina krank. Sie wird sterben. Und niemand kann sie davon abhalten, ihre letzten Tage in Freiheit zu verbringen. Ein Buch, wie es nur das Leben schreiben kann.

'Nina und Tom' ist ohne Frage ein aussergewöhnliches Buch.
So gnadenlos ehrlich Tom Kummers Worte wirken, so stechend scharf schwarz auf weiss, schmückt das Buch doch nirgends ein Attribut in Richtung 'autobiographisch'. Vielleicht hat dies eine ganz einfache Erklärung - vielleicht bewegt sich Tom Kummer nämlich mal wieder auf einer schmalen Linie, die zwischen Fiktion und Wahrheit. Und wirft damit Fragen auf. Ist gute Fiktion nicht ähnlich wahr wie reine Wahrheit? Er überlässt uns damit auch noch eine weitere Aufgabe. Glauben, was wir glauben. Genau darum geht es im Roman ebenfalls, um das Erwachsen und (Sich-)Bewusstwerden zweier Menschen, welche ihren Platz in der Welt suchen und ihrem eigenen Glauben folgen.
Dabei wirken Nina und Tom so tief miteinander verbunden und doch so individuell und eigenständig, wie es nur ein echtes Leben und ein echtes Paar sein können. Wir dürfen sie also auf ihrem wilden Weg begleiten und Kennenlernen und dabei sind die beiden wie Freunde.
Denn anders als bei anderen Büchern scheint ihre Dickköpfigkeit und Eigensinnigkeit durch die rein literarische Zeichnung der Charaktere durch. So sind uns Leser_innen die Personen sympathisch oder nicht und abhängig davon gefällt uns das Buch oder nicht - obwohl ich sonst immer stark daf¨r bin, die Sympathie zu den Charakteren vom ganzen Eindruck des Buches zu trennen, wird hier das doch fast exzessiv verlangt. Aber ich kann gar nicht wirklich von Sympathie oder Antipathie sprechen. Denn Nina und Tom, genauso wie das Buch, strahlen auf mich einfach etwas unglaublich Faszinierendes aus. Vor allem ihre Menschlichkeit und die Schwäche in ihren Stärken, die wirklich brilliant scheint.
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