dazwischen: ich | livresque amitié

22 Januar 2017

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Wo Madina herkommt? das ist egal. Sie kommt von überall und nirgendwo. Sie musste fliehen. Und ist nun endlich angekommen, in einem Land, das Sicherheit verspricht. Für sie fühlt es sich hier nach Zukunft an. Doch nicht allen in ihrer Familie fällt es leicht, Fuss zu fassen. Ihr Vater zieht sich zurück, ihre Mutter schweigt. Und so ist es an Madina, tätig zu werden. Mittlerin zu sein zwischen ihrer Familie im Flüchtlingsheim und dem unbekannten Leben ausserhalb. Zerrissen zwischen ihren Eltern, die sie nicht loslassen wollen, und dem Wunsch, ein ganz normaler Teenager zu sein, nimmt Madina das Schicksal ihrer Familie in die Hand. Und findet in Laura eine Freundin, die für sie in der Fremde Heimat bedeutet. 



Mara -
'Dazwischen: ich' hat mich auch zwischen zwei 'Zustände' versetzte - einerseits liebte ich Teile des Buches und Ergüsse von Rabinowichs Schreibstil, andererseits empfand ich dann wieder vieles schrecklich aufgesetzt. Im Voraus habe ich ganz viele positive und begeisterte Stimmen gehört, denen ich mich so liebend gerne angeschlossen hätte, jedoch war das für mich zumindest einfacher gesagt als getan. Ich kann es nicht wirklich erklären, was mir am Buch missfallen hat, aber etas stimme für mich nicht ganz oder war nicht so richtig da.
Schön empfand ich Madinas Gedanken und Gefühle, die in kindlich-naiven Sätzen geäussert wurden, jedoch so einen wahren Kern enthalten und Madinas Menschenkentniss. Oft sind die Tagebucheinträge sehr feinfühlig und doch von Negativem 'gesäubert'; Ich mag nicht alles reinschreiben, was ich erlebt habe. Das Buch ist viel zu schön dafür. 
Der Schmerz ist jedoch immer zu spüren und macht Madinas Geschichte auch sehr authentisch.
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Anaïs -
Als ich an der Buchmesse mit Mara an der Lesung von Julya Rabinowich war, wussten wir nicht genau, ob wir uns das Buch zulegen sollten oder nicht - trotz jeglichen Empfehliungen. Leicht skeptisch begann ich dann die Lektüre und ich kann sagen, ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Meine Angst, dass vielleicht zu belanglos um den Brei herumgeredet wird, ist während des Lesens verschwunden. Es gab durchaus Szenen oder Stellen, die mir etwas leicht dahingeredet vorkamen, aber das hat wohl vorallem mit Rabinowichs Sprache zu tun. Federleicht, kann man schon sagen. Dieses Buch liest sich sehr schnell und hat mir auf jeden Fall noch einmal einen ganz neuen Blick in die aktuelle Flüchtlingskrise gegeben. DIe Protagonistin Medina beschreibt auch ganz stark ihre Stellung als Frau in einer vierköpfigen Familie, und das hat mich schon sehr schockiert. Aber bei dieses Themen tut es das jedes Mal aufs neue wieder... Wir begleiten als Leser_innen den Alltag einer Asylbewerberfamilie und die damit verbunden Probleme - die oft auch einfach nur ganz ganz gewöhnliche Alltagsprobleme sind. Und gerade das hat für mich das Buch ausgemacht. So authentisch und angenehm dürfen wir Medinas Tagebuch lesen. Echt, echt toll. Ich würde sogar eine Fortsetzung im Buch sehe.
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An der Buchmesse diesen Herbst haben wir nicht nur Bücher angeschaut, sondern sind auch an verschiedene Diskussionsrunden gegangen, oder an Lesungen. Dazwischen:ich wurde uns im Vorhinein mehrmals empfohlen und dann machten wir uns auf an die Lesung von Julia Rabinowich, einer äusserst sympathischen Frau. Sie fand in eher kleinem Rahmen statt, die aber das Flair des Buches echt schön rübergebracht hat. Beim Lesen befindet man sich nämlich in einer anderen Welt, die uns so bekannt ist und uns doch den fremden Aspekt übermittelt. Es geht um Madina, ein Mädchen, das flüchten musste und jetzt hier in Deutschland, in ihrer neuen Heimat, mit einigen Problemen zu kämpfen hat. Es scheint, als wäre es eine "klassische" Geschichte, die in der jetzigen Flüchtlingskrise so geschrieben und erlebt wird, dieses Mal eben aus der Sicht eines Mädchens. Julia Rabinowich hat einen sehr abgehackten Schreibstil und bringt uns so auf eine ganz andere Art bei, dass dieses Mädchen noch Mühe mit der Sprache hat und eben noch jung ist. Auf jeden Fall auch ein Buch für dazwischen und für eher etwas jüngere Leser und Leserinnen. Von daher echt schön, dass es immer mehr Jugend und Kinderbücher gibt, die dieses Thema behandeln. Uns wurde aber der ganze Schreibstil und dann die doch leicht seicht erzählte Geschichte etwas zu viel, so dass wir dem Buch nicht unser ganzes Lob aussprechen können.







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