frankfurter buchmesse / rückblick

01 November 2016

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Wir sind nun schon einige Tage zurück von der Frankfurter Buchmesse, wurden hier von Prüfungen und weiterem überrascht und waren super schnell wieder im Alltag drinnen. Dennoch wollen wir euch von unserer tollen Zeit erzählen und auch zeigen, in den folgenden Tagen kommt noch ein kleines Video mit visuellen Eindrücken - hier fehlen nämlich genau aus diesem Grund Bilder - unserer gemeinsamen Zeit! Hoffentlich  geniesst ihr diese Schilderungen genauso, wie wir diesen Rückblick genossen haben! 'Wir' sind übrigens Mara und Anaïs, für manche vielleicht ein neuer Name, für andere schon von ‚livresque amitié‘ bekannt, beste Freundinnen, nicht nur in Bezug auf Literatur (sondern auch reichlich anderen, verrückteren Dingen). Den ersten Tag verbrachten wir in Stuttgart, um noch ein bisschen Zeit für uns (und ja, wir geben’s zu, für Shopping) zu haben. Ab Donnerstag waren wir dann aber in Frankfurt und praktisch ständig an der Messe, auch dort haben wir tolle Momente erlebt – danke im Voraus an alle, die wir kennen- und schätzen lernen durften, es hat uns gefreut!


Mittwoch, 19/10/2016



Wir kamen in Stuttgart an, mit einem leisen Gefühl von Freiheit und genossen den in der Luft herumfliegenden Duft, alles machen zu können, was wir wollen. Ganz so dramatisch war es natürlich nicht – aber wir freuten uns auf die kommenden Tage und hatten ein dementsprechend glücklich kribbelndes Gefühl im Bauch. Wir konnten uns ziemlich schnell orientieren, wollten dann unsere Rucksäcke aber zurücklassen und mussten dabei mehrmals das Schliessfach wechseln, die wollten einfach nicht so wie wir und haben uns dabei noch Geld abgezockt. Wir waren besänftigt als es dann endlich funktionierte und wir das Gewicht nicht mehr mit uns herumtragen mussten. Als erstes verschlug es uns zu zwei dm’s, in der Schweiz haben wir sowas nicht, deswegen nutzen wir so ziemlich jede Gelegenheit diesen Laden zu besuchen- hier in  Deutschland. Wir suchten den dm ursprünglich für Taschentücher auf, dass wir die aber vergessen haben, fiel uns erst an der Kasse auf. Dann gingen wir zu Urban Outfitters, wir lieben die Mode dort. Das hat auch eine erste, schnelle Tour bestätigt, so viel hat uns angesprochen, dass wir regelrecht überfordert waren und uns erstmal in ein süsses Restaurant setzten, in welchem wir ein leckeres (und so billiges) Mittagessen bekamen. Dann nochmals rein in den Lieblingsladen und raus, vollbepackt und glücklich. Wir mussten aber dringendst noch einen Copy-Shop aufsuchen, um unsere Visitenkarten drucken zu lassen, diesen zu finden war aber schwieriger als gedacht. Ausserdem hatten wir etwas Zeitdruck, da wir auf dem Weg Kinokarten holten und bis zum Filmstart nicht mehr so viel Zeit übrig war. In der wirklich allerletzten Sekunde wurden wir aber lieb beraten und betreut. Im Kino waren wir dann alleine in einem riesigen Saal – ihr müsst wissen, die Kinos in Zürich sind zwar toll vom Programm her (beispielsweise werden alle Filme in der Originalsprache gezeigt, was uns so viel besser gefällt, der Film, den wir auf Deutsch synchronisiert gesehen haben, bestätigt diesen Eindruck), aber ziemlich klein und vor allem sehr teuer - , jedenfalls dachten wir das, um dann peinlicherweise eines Besseren belehrt zu werden, aber es war lustig. ‚American Honey‘ dauerte dann überraschenderweise beinahe drei Stunden und war polarisierend,  gerne aber mehr zum Film in einem separaten Beitrag, falls ihr das möchtet. Dann machten wir uns auf ins Hotel, haben unser Gepäck natürlich nicht vergessen (aber ja, hätte uns passieren können, das geben wir zu…). Wir machten wieder einige Abstecher in ziemlich… witzige Läden und haben uns ausreichend mit Unnötigem ausgestattet, aber es bereitete uns Freude. Im Hotel angekommen begutachteten wir unsere Einkäufe,  bestellten Essen (weniger erfolgreich) und lasen uns gegenseitig vor. Ein Tag voller Fashion-Liebe, spärlichen Stuttgart-Eindrücken, gutem Essen (mittags zumindest), Glitzersteinchen, Visitenkarten und Schokoladen-Entdeckungen.



Donnerstag, 20/10/2016

Früh wurden wir von unserem Wecker aus dem Schlaf gerissen, mussten uns fertig machen und aus dem Ibis Budget Hotel in Stuttgart auschecken. Es war extrem kalt und wir waren ganz schön froh als wir endlich mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof fahren konnten. Es stand noch einiges auf dem Programm: Zunächst gingen wir in ein etwas teureres, aber umso leckeres Café frühstücken. Natürlich mussten wir ebenfalls (schokoladigen) Nachschub unserer neusten Entdeckung besorgen! Um 10.51 fuhr dann unser ICE nach Frankfurt. Die Fahrt kam uns vor wie im Flugzeug, sehr komfortable Sitzgelegenheiten, WLAN, schnell… Lesend düsten wir also nach Frankfurt und begaben uns als allererstes in unsere BOLD Apartments, wo uns Maras Eltern auch schon erwarteten. Wir bezogen kurz unser süsses Zimmer im vierten Stock (es gab keinen Aufzug!!) und machten uns dann ein erstes Mal auf an die Messe. Wir konnten erste Eindrücke sammeln, uns etwas umschauen, einen Überblick verschaffen und erhielten sogar schon erste Leseexemplare. Bevor unser Programm dann richtig losging, kehrten wir noch einmal zurück in unser Hotel und machten eine kleine Pause. Da wir im vierten Stock untergebracht waren, hatten wir einen kleinen „Balkon“ zur Verfügung. Wir glauben, dass es eigentlich verboten war, sich dort niederzulassen, da es nur ein Rettungsbalkon war, aber wir ignorierten dies gekonnt. Wir genossen es trotzdem und machten es uns dort draussen frisch geduscht mit Gesichtsmaske, Tee, Gurken, guter Musik, guter Laune und schöner Aussicht gemütlich. Dann endlich waren wir bereit auszugehen und freuten uns auf das Bloggertreffen vom Hanser Verlag. Zuerst waren wir ein wenig verloren, da wir nicht genau wussten, was, wie, wo, doch dann machten wir ganz tolle Bekanntschaften mit verschiedensten Persönlichkeiten. Frauke hat uns allen vorgestellt und wir verstanden uns prächtig mit verschiedenen Lektoren und Autoren. Wir lernten Sylvie Schenk kennen, die Autorin von Schnell, dein Leben, welches wir uns gegenseitig vorgelesen und geliebt haben. Ebenfalls hatten wir ein langes und schönes Gespräch mit Nelly Laroche, einer Übersetzerin. Nach dem Hanser Fest begaben wir uns auf den Weg zu unserer Abend-Einladung, die war super schön, vielen Dank dafür! Alles in allem ein echt langer und toller gelungener erste Messetag! Unglücklich dann ins Bett zu fallen, waren wir aber nicht…

Freitag, 21/10/2016



Der Freitag war für uns natürlich wieder ein Messetag - alle Tage wurden Messetage, obwohl wir das eigentlich ein bisschen  anders geplant haben, aber für den Freitag haben wir uns einiges vorgenommen. Am Morgen haben wir aber erstmal schön im Hotel gefrühstückt und uns dann zur Messe aufgemacht, mittlerweile haben wir auch den schnellsten und besten Weg gefunden und uns bereits mit den netten Damen an der Garderobe angefreundet. Zuerst hatten wir ein wenig Zeit für uns und dabei wirklich  die Messe genauer unter die Lupe genommen -wir gingen dahin, wohin es uns verschlug und entdeckten natürlich dabei neue, spannende Bücher. Wir haben auch auf der Messe Mittag gegessen und dann hat uns der gelbe Amnesty-Bus angezogen, vielleicht (hoffentlich!) habt ihr dem auch einen Besuch abgestattet, auch wenn unser wegen Termin ein wenig kurz ausgefallen ist. Man kann viel Zeit darin verbringen, sich über Menschenrechte und die Brüche derer aus den letzten Jahre informieren. Dann ging es zu Magellan, danach direkt zu Fischer und dann zu Arena - vielen Dank für die spannenden Gespräche. Danach kam ein kleines Highlight, eine von Julia Korbik geleitete Diskussion, bei der es um Rayk Anders' Buch Eure Dummheit kotzt mich an- nun ja, ein sehr aggressiven Titel, das kann man schon sagen, ging. Mit dabei war noch Valentina Kerst. Zur Lesung gibt es unsererseits ehrlich gesagt gar nicht so viel zu sagen, sie war natürlich interessant und toll moderiert, aber wir kannten Rayk Anders zuvor noch nicht, geschweige denn seine Internetpräsenz, sein Thema oder sein Buch. Aber die kurzen  Gespräche danach waren sehr schön, vielen Dank hierfür! An diesem Tag haben wir auch schon die einen oder anderen Bücher nach Hause tragen dürfen - herzlichen Dank für alle Leseexemplare! Wir werden sie euch  demnächst noch vorstellen. Dann war die Verleihung des deutschen Jugendbuchpreises, wir waren leider nicht dabei, dafür gingen wir schön essen, in einem wunderbaren Lokal. Einziger Minuspunkt ist die Lautstärke, man konnte sich leider nicht wirklich gut unterhalten. Dennoch war es ein gelungener Abschluss eines schönen ersten, intensiven Messetages!



Samstag, 22/10/2016


Heute hatten wir wohl am meisten los auf der Messe… Sie war rappelvoll und es war ziemlich schwer, sich durch die vielen Menschen hindurchzuzwängen und Kopfschmerzen zu vermeiden. Am amüsantesten fanden wir die Mangas, oder Anime, oder wie die auch immer heissen, auf jeden Fall meinen wir die verschiedenen verkleideten Leute. Die haben sich echt was ausgedacht… Wir kamen gerade rechtzeitig zur Besprechung des Jugendliteraturpreises ins Lesezelt, leider erhielten wir keine Tickets mehr für die Verleihung am Vortag. Das war sehr spannend und es hatte uns natürlich gefreut, dass auch ein persönlicher Favorit von uns unter den Siegern mit dabei war. Wir schlenderten ein wenig durch die Messe und begaben uns dann gegen Mittag an die Lesung von Julia Rabinowich zu Dazwischen: ich. Wir sind gespannt das Buch von dieser äusserst interessanten und sympathischen Autorin zu lesen. Irgendwann trafen wir uns mit Maras Eltern und warteten unser Gespräch mit Alexandra von Fischer Sauerländer ab. Auch sie stellte uns die Neuerscheinungen im Frühjahr vor- ihr könnt gespannt sein. Nach diesem Gespräch durften Mara und ich Teil eines Solidaritäts- Projekts sein. Es geht um Dawit Isaak, ein Gefangener in Eritrea(?), der seit fünfzehn Jahren in einer Einzelzelle sitzt, da er sich kritisch gegen die Regierung geäussert hat. Seine Familie lebt in Schweden und die Angehörigen warten seit fünfzehn Jahren auf seine Freilassung. Wir verbrachten je sieben Minuten in dieser Zelle und waren schon froh, dass wir danach wieder raus durften- und dieser Mann sitzt schon unser ganzes Leben lang in einer Zelle. Unter dem Hashtag #freedawitisaak werden auf Instagram Bilder dazu gepostet, schaut doch mal vorbei Gegen 17 Uhr wurden wir immer ein wenig nervöser, da wir uns zum Arena Stand begaben und dort ein Interview mit der Autorin Isabel Abedi führen durften. Wir hatten so ein tolles Gespräch zu dritt, wir verstanden uns super, sammelten ganz viele neue Erfahrungen und freuten uns alle, dass es zu dieser Gelegenheit gekommen ist. Vielen Dank Dir, Isabel, für dieses authentische und wunderschöne Gespräch. Es folgt noch ein separater Post, in dem wir ein bisschen detaillierter auf das kleine Interview zu sprechen kommen. Fürs Abendessen haben wir uns erneut mit Maras Eltern verabredet. Wir fanden erst kein geeignetes Lokal und schlenderten ein wenig durch Frankfurt. Wir sahen die Main, viele Brücklein, aber auch das Rotlichtviertel. Wir verbrachten einen schönen Abend zu viert und liessen den Abend schön ausklingen.


Sonntag,  23/10/2016


Am Sonntag konnte man endlich Bücher kaufen und diese Chance wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir hatten beide noch einige Exemplare auf der Liste, obwohl wir in den vorigen Tagen schon recht fündig wurden. Wir waren ebenfalls in der Halle 6.2, wo alle Englischen Bücher zu finden waren. Beim Penguin Verlag konnte man um 11 Uhr jedes Buch für die Hälfte des Preises ergattern. Leider- waren wir nicht die einzigen, die davon Wind bekommen hatten. Man konnte kaum einen Fuss vor den anderen setzen, so voll war es! Draussen dann auf dem Platz haben wir eine lustige experience tour gemacht- wir wurden von Cindy und Candy ???? geleitet. Total schräg aber sehr amüsant! Leider reichte die Zeit nicht mehr bei ARD ein Hörspiel zu lesen, aber das wollen wir bald noch nachholen im Verkehrshaus in Luzern. Dafür konnten wir den Pavillon des Gastlandes Holland besuchen, der hat es uns beiden angetan. Ganz tolle Künstler, schöne Animationen und eine riesige Inspiration in Form von Kunst. Nach dem Mittag mussten wir dann die Buchmesse leicht traurig verlassen und begaben uns an den Frankfurter Hauptbahnhof und setzten uns in den Zug Richtung Zürich, nachhause. Wir haben echt tolle Tage verbracht, extrem viel Schönes erlebt, Erfahrungen gesammelt und genossen- trotz der ganzen Hektik. Mit nachhause nehmen konnten wir ganz viele Bücher- damit haben wir bestimmt Lesestoff bis zur nächsten Buchmesse und dann braucht es dann wieder Nachschub- ein Grund mehr nächstes Jahr wieder vorbeizugehen… ;)
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