april

die Bücher


Sommer unter schwarzen Flügeln von Peer Martin
Dieser mehr als 500 Seiten dicke Roman beendete ich Anfang Monats - ich liebte ihn. Ich habe ihn diesen Monat eigentlich gleich zweimal besprochen, einmal im Rahmen von Carolins Challenge #readdifferent. Mehr zu meiner Meinung dann in meiner Rezension.

Wenn ihr uns findet von Emily Murdoch
Mit diesem Roman fing meine Lust auf etwas ältere ungelesene Bücher an, die ich schon länger auf meinem Stapel liegen habe. Ich habe ihn aufgrund der leichten Sprache zwar schnell verschlungen, mochte ihn aber nicht durchwegs immer. Meine Kritikpunkte und mehr könnt ihr in meiner Rezension nachlesen.

Herzflattern mit Karamell von Erin Gough
Wie meine Korrespondention vom Fischer Verlag im Mail meinte, kann auch ich sagen: Hinter dem Buch steckt mehr als nur das Cover. Dem ist tatsächlich so, nämlich ein tolles Jugendbuch. Wenn auch leichte Lektüre, dann solche, die Spass macht und durchaus gewisse Missstände in unserer Gesellschaft aufdeckt und sich zu Leibe nimmt. Wird demnächst im Rahmen von livresque amitié besprochen.

Der Geruch von Häusern anderer Leute von Bonnie-Sue Hitchcock
Dieses Buch ist das einzige, welches mich vom aktuellen Königskinderprogramm so wirklich anspricht. Also habe ich es mir schnell zugelegt und durchgelesen und für gut befunden! Da die liebe Anaïs es mir schenkte  und es auch selber besitzt, werden wir es auch wieder in livresque amitié besprechen.

We All Looked Up von Tommy Wallach
Auch dieses Buch hier wird in einer zukünftigen Folge von livresque amitié besprochen. Vorab sagen kann ich schonmal so viel, dass das Buch sich trotz kritisch klingendem Inhalt an einigen Klischees bedient und das nicht zu kurz. Auch ansonsten fällt meine Meinung dazu eher negativ aus.

Ich bin die, die niemand sieht von Julie Berry
An der letzten Buchmesse durfte dieses Buch mit, von welchem ich davor und auch danach noch nie gehört habe. Nach dem Lesen kann ich es nun wirklich nicht verstehen. Die Geschichte mag unoriginell klingen, ist es aber dank fantastischer Umsetzung gar nicht. Meine Rezension folgt.

Serienunikat von Chantal-Fleur Sandjon
...ist das letzte Buch, welches ich im April beendet habe. Auch dieses befand mich seit langer Zeit in meinen Fängen. Ich habe es übrigens abgöttisch geliebt. Meine Rezension kam kürzlich online und erzählt genauer, was mir an diesem Buch mir fabelhaftem Berlin-Setting so gefällt.


...das heisst [Statistik]
7 Bücher,
7 davon deutsch

2595 Seiten,
demnach 86.5 Seiten pro Tag
(51 mehr als im März!) 

durchschnittlich 4.143 bewertet

-1  Buch im April
Ende März: 94 ungelesene Bücher
+ 6 Bücher (Neuzugänge) | - 7 Bücher (gelesen)
Ende April: 93 ungelesene Bücher

GELESEN | UNGELESEN


die Reise


Eine Woche GRAN CANARIA war super, jedoch ist die Insel sehr touristisch und es wird, sehr zu meinem bedauern, mehr Deutsch als Spanisch gesprochen. Eine Woche Sonne und Strand, wenig Internet und viel Entspannung tat, wie der letzte Punkt schon aussagt, sehr gut. Ich habe viel gelesen und eine schöne Stadt entdeckt, die mir bisher fremd war. Ich habe viel unternommen und Tagebuch geführt und eine wirklich, wirklich schöne Zeit gehabt. Unsere zwei sehr schönen Domizile waren einmal BUGANVILLA APARTMENTS am Strand und dann THE LOFT in der Stadt, in derselben Reihenfolge.

die Musik

Im April habe ich kein einziges Konzert besucht, dafür eine neue Künstlerin sowie einzelne Lieder kennen- und liebengelernt. Was für den Mai geplant ist, kann ich noch gar nicht sagen. Ich möchte euch aber noch kurz etwas empfehlen. Ich bin eigentlich keine Fanin, wenn meine sozialen Medien oder Apps mir Zeugs vorschlagen, denn ich bin der Meinung, ich weiss selbst ziemlich genau, was mir gefällt. Allerdings liebe ich die 'discover weekly' Playlist von Spotify. Die ist nämlich wöchentlich genau auf dich zugeschnitten und so habe ich viel Neues kennengelernt. Auch schön ist, dass sich die sich nicht so in den Vordergrund stellt, sondern sich ziemlich ruhig im Hintergrund hält.

SEVDALIZA

Sevdaliza konnte mich mit ihren  Klängen wirklich verzaubern. Sie mag viele an FKA Twigs erinnern und hat vielleicht ähnliche  Züge in ihrer Musik, ist doch aber ganz eigen und hält sich an keine Regeln - sie macht komplett ihr eigenes Ding. Eine Vinyl von ihr konnte ich leider noch nicht ergattern, was mich ein wenig traurig stimmt, man bekommt die nämlich nicht, dafür ist sie noch zu unbekannt. Ich empfehle euch aber, ihre Musikvideos zu schauen, das ist ganz grosses Kino. Sie denkt sich wahninnig viel dabei und ihre Kunst ist wirklich atemberaubend. Unter dem jeweiligen Video findet sich noch ein Text, in dem das Video erklärt wird und die Gedankengänge Sevdalizas, wenn sie in ihrem Video zum Beispiel das aktuell vielbesprochene Thema Sex / Gender behandelt.
Empfehlung: Marilyn Monroe, That Other Girl, Sirens of the Caspian

Woodkid - I LOVE YOU (Acoustic)


Ich liebe Woodkids Stimme und eigentlich auch die Melodie seiner Songs, jedoch sind mir die alle zu gewaltig und bombastisch, man denke nur mal an Run Boy Run oder Iron. Diese akustische Version habe ich mir diesen Monat aber endlos angehört, weil hier seine Stimme wirklich zum Ausdruck kommt und sich eine schöne Atmosphäre durch das Lied zieht.

Reverie & Louden - WHILE I'M STILL HERE (ALL I KNOW)


Ich mag Rap, auch wenn ich über die Entwicklung speziell von Hip Hop immer wieder traurig und erschüttert bin. Gerade Hip Hop kommt aus von den Strassen und wird jetzt kommerzialisiert wie nichts anderes und völlig aus dem Konzept gezogen, meiner Meinung nach ein Diebstahl.  Reverie habe ich neu entdeckt, sie ist eine junge engagierte Rapperin aus L.A. und speziell dieses Lied bringt ihren berüchtigten 'Flow' super rüber und versetzt mich in eine Stimmung, in der ich  einfach tanzen und vergessen will - kennt ihr das?

 das Theater

Wir weinen nicht, Zürich
Im April sah ich eine einzige Theateraufführung, und zwar wir weinen nicht. Diese ging nach der Trilogie von Agota Kristof, welche meine Mutter  und andere Leute die ich kennen gelesen haben und es mir immer wieder ans Herz legten. Es war definitiv experimentelles Theater. Als Zuschauer sass man zuerst auf der Bühne und wurde dann wieder interaktiv miteinbezogen. Eigentlich gibt es nur zwei Personen, jedoch gab es etwa 20 Schauspieler. Ich habe es wirklich geliebt und möchte das Buch demnächst lesen.

die Ausstellungen

Pipilotti Rist - 'Dein Speichel ist mein Taucheranzug im Ozean des Schmerzes', Kunsthaus Zürich



Pipilotti Rist ist eine bekannte Künstlerin aus der Schweiz, die ihren Fokus auf, so sagt man, feministische Aktionskunst gelegt hat. Ihre Sonderausstellung im Zürcher Kunsthaus ist nur für kurze Zeit da, weil der Aufbau sehr aufwändig war. Ich selbst habe schon viel von ihrer Kunst gesehen, ganz viele  unterschiedliche, frühe und späte Werke, Filme sowie Installationen. Den verfügbaren, recht grossen Raum teilte sie chronologisch ein, zu Anfang findet man ihre Erstlingswerke, welche sich allein auf Videokunst spezialisierten, nach und nach kommt man dann zum speziell für diese Ausstellung konzipierten Teil. Dieser beinhaltete unter anderem die Inszenierung eines 'Zu Hauses' mit alten Möbelstücken. Ihre Kunst war auf, in und um die jeweiligen Dinge projiziert. Tatsächlich schafft sie im ziemlich dunklen Raum,  den man ausschliesslich mit Taschenlampe betrifft, eine Atmosphäre, eine Gemütlichkeit, die immer wieder wie von gespenstischen Fäden durchzogen durchbrochen wird. Immer wieder hört man auch ihre Musikstücke, beispielsweise 'I'm A Victim Of This Song'. Im letzten Teil empfängt einem dann hinter einem Vorhang von 3000 Lichtern, die aneinandergereiht von der Decke hängen und durch  die man auf einem vorgegebenen Pfad wie durch einen  Wald hindurchschreitet grossflächige und immer wieder symmetrische Videos mit Fokus auf die Natur.

  

Ich persönlich kann weniger mit ihrer Kunst anfangen. Ich finde vieles nett und hübsch anzuschauen, tatsächlich aber selten mehr (eine Ausnahme bildete beispielsweise ein Schminktisch voller Chemikalien und mit verzerrter musikalischer Begleitung, in dem ich tatsächlich Feminismus widergespiegelt fand). Für mich muss Kunst manchmal auch unangenehm sein, hier und da drücken, Fragen aufwerfen und eben mehr können als hübsch anzusehen. Man sagt, sie habe Tabus gebrochen. Vielleicht hat sie das in Vergangenheit mit gewissen Videos, die man damals als feministisch deutete. Ich kann diesen Aspekte jedoch nur sehr undeutlich in ihrer Arbeit erkennen. Alles in allem hatte die Ausstellung, wie ich aber auch vorhersagte, viele Lücken für mich. Ja, es war ein Erlebnis und damit brachte Pipilotti Rist ihr Können auch zum Einsatz - Kunst volksnah zu vermitteln, auf vielen Ebenen. Dass sie so gehypt wird, kann ich aber nicht verstehen, da ihre Kunst dann doch nicht wirklich verweilt (übrigens nach meinen Nachfragen auch nicht bei denjenigen, die die Ausstellung liebten). Ich  war übrigens mit meiner Kunstklasse dort, privat hat es mich nicht wirklich dorthin gezogen, allein der Titel und meine Vorahnung (die, die ich mir gebildet habe und was ich schon von ihr kannte), hinderten mich daran. 

Vivian Maier - 'Taking the Long Way Home', Photobastei Zürich



Am letzten Tag besuchte ich Vivian Maiers Ausstellung in der Photobastei Zürich.  Sie ist eine Fotografin mit einer unglaublichen Lebensgeschichte. Von 1926 (New York City) bis 2009 (Chicago) lebte sie ein ruhiges Leben, wie so viele grosse Künstler wurde sie erst posthum berühmt und geehrt, wie ihr gerecht ist, denn bis zu ihrem Tod hielt sie ihre Bilder unter Verschluss. Zu Lebzeiten hatte sie den unscheinbaren Job einer Kindernanny, hatte dabei aber stets eine Begleiterin: die Fotokamera. Sie hielt sie sich  vor den Bauch, um mit ihr das New York der damaligen Zeit zu porträtieren. Sie schafft es dennoch, exakte Fotografien zu machen, im richtigen Moment, aus dem richtigen, wenn auch immer gleichen Winkel  - was für ein Talent. Trotz oder gerade wegen dieser unbekannten Methode berührten mich ihre Fotografien weitaus mehr als die vieler anderer Künstlerinnen und Künstler. Sie sind wahnsinnig wandelbar, wirken mal voyeuristisch und mal ganz zart und zurückhaltend. Das  Schwarz-Weiss verleiht den Bilder an Authentizität.  Egal ob Portraits oder Aufnahmen ganzer Szenerien, ihre Bilder erzählen immer eine Geschichte, ihr Leben sowieso. Glücklicherweise kann man heute einig ihrer Werke online einsehen, aber falls ihr in eurer Umgebung irgendwo den Namen Vivian Maier hört, würde ich alles stehen  und liegen lassen und dahin gehen. Es lohnt sich. 

div. - 'Iconocracia', Centre Atlantico de Arte Moderno Gran Canaria



'Bilder von Gewalt und Gewalt in Bildern in der zeitgenössischen, kubanischen Fotografie'
In meinen  Ferien haben wir diese Ausstellung angeschaut. Tatsächlich war die ganze Stadt voller wechselnder Ausstellungen in vielen Museen. Diese hier sprach uns am meisten an. Wir haben uns zwar auch anderes angesehen, aber ich möchte noch kurz ein paar Worte zu 'Iconocracia' loswerden.
Die Ausstellunge war natürlich verbunden mit der cubanischen Idee der Revolution und somit natürrlich  auch voller Che Guevara und Fidel Castro (beide übrigens oft von René Burri, einem schweizer Fotografen, abgebildet, welcher kürzlich verstarb. Zu seinem Tode bekam meine Mutter ein Original von ihm geschenkt, welches wir nun wunderschön in unserer Wohnung stehen haben. Ich liebe seine Bilder!) Im Centre war nicht ganz klar, was zu dieser Sonderausstellung und was zur Sammlung gehört, denn es gab nicht nur Fotografien. Es war zu vielfältig und trotz der mehrheitlich schwarz-weissen Fotografien zu bunt, um alles in Worte zu fassen. Jedoch wurden grossartige Kunstwerke vieler Künstler ausgestellt, welche alle insgesamt ein wunderschönes, ja auch in der Trauer, Bild von Cuba abgaben, ein Land, welches wir eigentlich schon lange bereisen möchten, uns aufgrund gegebener Umstände aber dagegen entschieden haben. 

Kommentare :

  1. Hallo liebe Mara,

    da ist ja endlich dein lang ersehnter Monatsrückblick, nachdem wir schon privat darüber gesprochen haben. Wie gesagt, die Rubriken Bücher und Ausstellungen gehören zu denen, die ich seit März am liebsten lese und natürlich bin ich super glücklich, dass du gerade die Ausstellungen in deinen Monat aufnimmst, da ich die Kunst so liebe und leider das Pech habe, dass ich in einer Gegend lebe, in der gute Ausstellungen (aber auch die Anzahl von diesen), nicht häufig zu finden sind.

    Erst einmal freue ich mich allerdings, dass du Der Geruch... nun doch gelesen hast und es dir gefallen hat. Mehr dazu aber sicher in deinem Beitrag. :) Mir hat es so gut gefallen und es hat mich so tief getroffen und berührt und was ich besonders beeindruckend finde ist, dass die Autorin in diesem Alter noch so ein scharfsinniges Jugendbuch - als Debüt - verfasst hat. Davor habe ich wirklich eine Menge Respekt.

    Auch von deinen Ausstellungen zu lesen, war toll. Ich liebe Installationen und Montagen aber auch Fotografien mehr, als die "herkömmliche" Kunst, die durch Gemälde und Collagen ausgedrückt wird. Schade, dass dir die Ausstellung von Pipilotti Rist nicht so gut gefallen hat. Deine Beschreibung zur Ausstellung hat mir nämlich sehr zugesagt und umso enttäuschter war ich dann, als ich gelesen habe, dass sie dir nicht gefallen hat.

    Liebst,
    Jule

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Jule,

      ja, ich habe einige Posts vorgeschrieben und dann nach und nach veröffentlicht. Das freut mich sehr! Das ist wirklich schade und ich fühle mich sehr geehrt, dem Ganzen so ein bisschen 'Abhilfe' zu verschaffen - hoffe ich zumindest.

      Ja, der kommt, der kommt, allerdings höchstwahrscheinlich auf Anaïs' Blog! Ich weiss, das freut mich sehr, dass es ein solches Highlight für Dich war! Wie erwähnt konnte es mich wirklich auch beeindrucken, aber ich hatte hier und da ein paar kleine Kritikpunkte oder Wünsche, weswegen ich mich für 4.5 Punkte entschieden habe.

      Ich habe Dir ja dazu schon geschrieben - aber vielen Dank für das aufmerksame Durchlesen und schöne Diskutieren!

      Alles Liebe,
      Mara

      Löschen
  2. Ein sehr schöner Beitrag! Ich finds toll, dass es noch Blogs gibt, wo man tatsächlich auch mal etwas zu lesen hat - und zwar mehr als nur zwei Zeilen! ;)
    glg, Nicca von kosmeticca.blogspot.com

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Nicca, was für ein Kompliment, es lässt mich bis über beide Ohren strahlen!

      Herzlichst,
      Mara

      Löschen
  3. Hallo Mara,
    ganz `frisch´ hier auf deinem Blog, bin ich natürlich zunächst am ersten Post hängengeblieben.
    Zwei deiner April-Bücher (Herzflattern und Wenn ihr uns findet) habe ich schon gelesen.
    "Der Geruch von ..." mag ich noch gern lesen.
    Deine Einblicke in `Reise´und `Fotografie´gefallen mit sehr.
    Und nun gehe ich noch etwas stöbern. ;-)
    Liebste Grüße,
    Hibi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich heisse Dich ganzganz herlichst Willkommen hier, liebe Hibi!
      Das freut mich alles sehr! 'Der Geruch' kann ich Dir wirklich ans Herz legen.
      Wie schön, danke Dir! Viel Spass auch beim Stöbern!

      Herzlichst,
      Mara

      Löschen
    2. Ich habe den Königskinder Verlag erst vor Kurzem entdeckt und das erste Buch (Alles, was ich sehe) daheim. Da soll noch das eine oder andere - zugegeben ganz vieeeeeele - hinzukommen.^^ <3

      Löschen

Wir lieben Kommentare - Rückmeldungen, konstruktive Kritik und natürlich auch Lob.
Allerdings wird Spam und anderes sofort von uns gelöscht!