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06 April 2016

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Hallo. Heute geht's weiter mit meinen Ausführungen zum Schreiben. Ich möchte euch in diesem Beitrag genauer vorstellen, wie ich manchmal eine Rezension schreibe. Es ist eine Methode, die ich anwende, wenn ich einfach nicht weiss, wo und wie beginnen. Ich wende sie am liebsten an, wenn ich viel Zeit habe, in den Ferien beispielsweise ist sie perfekt. Ich setze mich ganz anders mit dem Buch auseinander und die Buchbesprechungen, die dabei entstehen, sind mit meine liebsten. Ihr braucht hierfür am besten euer Lesejournal, wenn ihr eines habt, Stifte, leere Blätter und Post-Its.

Erstmal zeige ich euch noch kurz, wie ich meine Rezensionen einteile.

Vor dem Lesen | kleiner Abschnitt » Erwartungen, Grund für den Kauf etc.
Während dem Lesen | grosser Abschnit » Gedanken zu bestimmten Stellen, Schreibstil etc. laufen lassen
Nach dem Lesen | grösster Abschnitt » Reflektion des Gesamten

Ich beginne damit, mir bereits während dem Lesen Notizen zu machen, Gedanken, die mir zufliegen oder Dinge, die ich nicht vergessen möchte. Referenzseiten, alles, was mir einfällt. Ich mache dies am liebsten auf ein Post-It, ein grosses, welches ich hinten aufs Buch geklebt habe. So habe ich es immer dabei und kann mir jederzeit alles notieren - danach kann ich das Post-It einfach ablösen und weiterverwenden, heisst, ich übertrage sie in mein Lesejournal, ich mag es gerne säuberlich. Stattdessen kannst Du die Gedanken aber gleich in ein Lesejournal schreiben.


Nachdem ich das Buch dann gelesen habe, nehme ich mir Zeit für ein Brainstorming. So wild und blühend wie mir die Gedanken kommen, so schreibe ich sie auch auf ein Papier. Wenn ich  dann das Gefühl habe, ich bin wie ausgepufft, dann merke ich, dass ich wohl zu dem Punkt gekommen bin, an dem alles wichtige auf Papier geschrieben wurde. Danach nehme ich mir Post-Its zur Hand und schreibe je auf eines ein Gedanke, welchen ich  auf dem Papier finde. Auch hier findet sich also das Prinzip der säuberlichen Übertragung wieder. Zitate, welche ich mir notiert habe, kommen ebenfalls auf ein Post-It, allerdings eines einer anderen Farbe. Die Post-Its klebe ich dann an eine Wand und beginne, sie aktiv zu sortieren, was bedeutet, dass ich Gedanken zu Charakteren zu selbigen klebe und so weiter.



Meisten mache ich lange Linien gegen unten, und einzelne Aussage, die nicht dazu passen, klebe ich oben drüber. Und, ob ihr's glaubt oder nicht, danach übertrage ich das auch wieder und zwar auf ein neues Blatt. Wem das alles zu viel Zeitverschwendung und vor allem Papierverschwendung ist, kann auch einfach unterschiedliche Farben nehmen und mit denen die Sortierung treffen. Ich mag es nur, auch physisch immer einen Schritt weiter und ordentlich zu gehen und zu werden. Und dann - tatsächlich - beginne ich zu schreiben. 

 


Wieso das alles? Es gibt einige Gründe für diesen umständlichen Weg - abgesehen davon, dass ich ihn nicht als solchen empfinde, sondern als spassige Zeit. Ausserdem hat mir diese Methode geholfen, meine Gedanken zu sortieren und mir schön Zeit zu nehmen, diese auszuformulieren. Nach diesem ganzen Prozess hat man nämlich eine Art Baukasten voller Edelsteinen, die man dann wie in einem Puzzle sorgsam und passend zusammensetzen darf - anders kann ich es wirklich nicht beschreiben. Und was ergibt sich daraus? Eine schöne, dichte Rezension.
Anders, als wenn ich  einfach drauflos schreibe, gibt es keine Stellen, in denen einfach dahergeredet wird. Ich kann dann für mich von jeder einzelnen Stelle nämlich behaupten, dass sie einen Inhalt hat, meine Gedanken nämlich, und diese von ihrer besten Seite. Ich merke übrigens auch, dass der wirkliche Denkprozess schön reduziert wird - natürlich nicht im negativen Sinne, wie es sich anhört. Aber wenn ich eine normale Rezension schreibe, habe ich oft das Gefühl, etwas vergessen zu haben, oder, dass die Charaktere zu kurz kommen und der Schreibstil der Autorin von mir vernachlässigt wird. Und ganz ehrlich, das kann ich mir damit nun auch sparen. Ich habe weniger Mühe, eine kurze Phase zu haben, in der ich alle nur erdenklichen kreativen Ergüsse, die mir zum Buch einfallen, zu Papier zu bringen und nicht lange nach dem Nichtvorhandenen zu suchen. Meine einzelnen Kritikpunkte werden dadurch auch klarer, sauberer und schärfer - auf den Punkt gebracht.


Und wieder hoffe  ich  von ganzem Herzen, dass meine Schilderung dieser Methode Dir persönlich etwas gebracht hat. Natürlich würde ich mich ebenfalls wahnsinnig freuen, wenn Du ihr eine Chance gibst und mir erzählen magst, wie Du sie empfandest. Hab noch einen schönen Tag!

Liebst,
Mara

Die Rezension, von der das Bildmaterial etc. stammt, ist die von Jeden Tag ein bisschen mehr.
Kommentare
  1. Der Post ist echt super! :)
    Ich habe mir anfangs auch immer diese Notizen gemacht, weil ich nichts vergessen wollte, mittlerweile erinnere ich mich allerdings doch noch an das meiste. Aber ich habe ja auch die Leseemotionen auf meinem Blog, bei denen ich die Gedanken zu Büchern teile, da schreibe ich mir dann doch noch was auf :)
    Liebst, Lara.

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    1. Liebe Lara,
      vielen Dank!
      Ja, denke ich mir auch immer. Aber das ein oder andere geht bei mir dann doch verloren oder ich habe manchmal schon eine solch' genaue Formulierung im Kopf, dass ich sie einfach gerne zu Papier bringen möchte. :D Oh, das hört sich sehr, sehr schön an! Ich finde es auch toll, wenn es mehrere Arten von Buchbesprechungen auf einem Blog zu finden gibt!

      Herzlichst,
      Mara

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  2. Das ist wirkich eine tolle (wenn auch Papierverschwendende :D) Methose. Und jedem das Seine, denn wenn du so am besten damit klar kommst ist das doch perfekt (auch, wenn du es zeittechnisch nicht immer machst).
    Ich schreibe mir oftmals in mein Handy kleine Notizen, wie Charakter, die ich mag/nicht mag, Schreibstil, Logiklücken etc.
    Aber auch nicht immer - sollte ich auch mal wieder mehr machen. Vielleicht ist da die Post-it-Methode besser? Muss ich mal testen ;)
    Also vielen Dank dafür!

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    1. Ja wirklich! Ich kann absolut verstehen, wenn Kritik kommt, von wegen Papierverschwendung. Und ich stehe da auch dazu. Das einzige, was ich in Hülle und Fülle brauche, ist Papier (ich achte aber da auf recyceltes!). Mittlerweile wende ich diese 'Technik' ja fast schon sehr selten an, aber mag sie gerne und merke auch einen Qualitätsunterschied, um ehrlich zu sein. Oh, das ist auch sehr praktisch. Nur bin ich digital überhaupt nicht organisiert, viel mehr in der Realität. Die Post-Its sind super flexibel und ich mag es, eine grobe Skizze der Rezension gross vor meinen Augen zu haben! Sehrsehr gerne!! :)

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