fuck you leben



 
Fuck you Leben! ~ N. Pratt
Genre: Real-Life
Verlag: dtv Verlag
Seitenanzahl: 420 Seiten
Fassung: Broschiertes Buch
Original: Trouble
Übersetzerin: Anja Galic
 
Preis: 14,95 Euro [D]


 Die seltsamen Wege der Liebe
 
Von einem Tag auf den anderen steht Hannahs Leben komplett auf dem Kopf. Sie ist schwanger, mit 15. Und sofort fängt die Gerüchteküche an zu brodeln, wer der Vater sein könnte. Denn Hannah hat einen 'Ruf'. Sie selbst weiss als Einzige ganz genau, wer der Vater ist. Der Junge, den sie wirklich liebt, und mit dem sie doch nie hätte schlafen dürfen. Deshalb nimmt sie das Angebot ihres neuen Mitschülers Aaron, sich als der Vater auszugeben, nur zu gern an. Auch wenn sie zunächst keine Ahnung hat, wieso er sich das antut. Was als rein freundschaftliche Beziehung beginnt, wird bald zu mehr. Und irgendwann müssen beide Farbe bekennen...
 
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Dieses Buch habe ich gelesen, weil eine Freundin unendlich begeistert mir ganz oft davon vorgeschwärmt hat. Die Geschichte hat mch interessiert, schien aber auf den ersten und den zweiten Blick als eine zufällige Zusammenwürflung einiger aufgebrauchten Themen zu sein. Dann habe ich begonnen zu lesen. Ausgelutscht ist auch schon dieser Schreibstil, dieses Wechseln der ichten, das ich früher so mochte und jetzt, ja, man könnte fast schon sagen, verabscheue.
 
Der Anfang war nicht nur holprig, er hat mich auch immer wieder erstaunt. Wie der Titel auf zynische Weise mit einem Ausdruck spielt, beginnt auch das gesamte Buch. Unsere Protagonistin ist genau so eine Figur, wie man sie sich nie als Hauptrolle vorstellen kann. Die Schlampe. Ständig erzählt sie von ihren Aufreissereien. Von ihren Sexabenteuern in Form von One-Night-Stands, mit immer wieder anderen jungen Typen, die doch eigentlich noch mit Playmobil spielen. Fünfzehn. So alt sind die Jugendlichen im Buch angeblich. So oder so, ziemlich schockierend, das so zu lesen. Ich  weiss auch nicht, wie viel davon stimmt.  Das trostlose Treffen um ach-so-aufregende-Schalafens-Zeiten auf verlassenen Kinderspielplätzen, das billige Rumreichen verrotzer Rumflaschen, das Zupfen am Ausschnitt, damit möglichst viel zu sehen ist. Hat mich angewidert, das so zu lesen. In einer Ausführlichkeit. Und so lange. Zäh begann das Buch, und zäh verlief es.
 
 
Man meint, sie zeigt die heutige Jugend auf. Aber dann kommen wieder Szenen, in denen fünfzehnjährige Jungs sich über Klamotten unterhalten und unser ach-so-charmante Held doch tatsächlich erfreut zugibt, dass alles in seinem Kleiderschrank von der Mutter ausgesucht worden. Ich hab nicht ganz dahinter geblickt, ob Pratt mit Klischees spielen wollte. Für mich hat es nicht funktioniert, aber ich kann mir vorstellen, dass sie es auf geschickte Weise gemacht hat, sodass es für einige andere vielleicht ja doch klappt.
 
Auch wenn Hanna sich verändert blieb sie mir wahrhaftig das ganze Buch über unsympathisch. Es mag natürlich sein, dass einige genau das an ihr mögen, was ich nicht mochte, aber sie wirkte auf mich unecht und unrealistisch. Man überlegt, ob sich mit dem Baby für sie alles zum Guten wendet und beschliesst ab Hälfte des Buches, dass es so sein muss, damit man wenigstens ein bisschen mit unserer Prota und ihrer Situation mitfühlt. Es gab wunderschön beschriebene Stellen und Aaron war auch kein allzuschräger Charakter, aber letztendlich  fühlte ich mich ein bisschen verraten mit dem Buch. Es hat meiner Meinung nach nicht gehalten, was es verspricht, und der Anfang könnte geradezu verstörend sein auf jüngere Leser.
 
 
Die Aufmachung ist gelungen. Erwachsen zurückhaltend und doch speziell spielt es miit Typographie und Bild. Das Ergebnis lässt sich als Cover auf jeden Fall sehen. Ich finde auch  die Entscheidung,  ein grosses, fast schon festes broschiertes Buch daraus zu machen sehr gut, weil es von dem Format total angenehm zum Lesen ist.
 
 
Die Autorin wollte den Puls der Zeit treffen und hat vor Allem da ziemlich danebengeschlagen, meiner Meinung nach. Es wirkt, als wolle sie Klischees vermeiden, um sie an der nächsten Ecke wieder einzubauen, insgesamt wirkte alles gehetzt und, auch  wenn s genau daraus ausgelegt wurde, leider sehr unrealistisch. Es steht ein bisschen  was anderes darauf, als man dann innen findet, und das, was man dann findet, hat mich leider ziemlich enttäuscht. Der Lesespass war dann  zu Ende des Buches aber trotzdem voll da, da die Vorbereitung zur Geburt einfach süss mitzuverfolgen waren.
 
 
 


 N. Pratt hat nach ihrem Studium zunächst als Sachbuch-Lektorin gearbeitet, bevor sie zum Kinder- und Jugendbuch wechselte. Von 2009 an hat sie das Programm von Catnip Publishing geleitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Kind in London. Fuck you Leben! ist ihr erstes Roman.
an den dtv Verlag für die freundliche Bereitstellung dieses *Rezensionsexemplars!

Kommentare :

  1. Ich muss ehrlich sagen, dass der Klappentext schon bissel bescheuer klingt xD Für mich wäre es glaube ich nichts und deine Rezi ist ja auch nicht so begeistert.

    Alles Liebe,
    May

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  2. Also das Cover ist definitiv gelungen. Der Inhalt klingt allerdings ziemlich ausgelutscht und dämlich. Würde mir wahrscheinlich genauso wenig gefallen, obwohl ich jetzt zugegebenermaßen schon ein wenig neugierig geworden bin. :D

    Ich freu mich gerade total über deinen Kommentar! :) Du weißt ja, dass ich deinen Instagram-Account klasse finde und gerne verfolge.

    Ich hatte bisher ja nur die deutsche Taschenbuchausgabe von Looking for Alaska und die ist echt hässlich! Sieht ziemlich billig aus. Warum sind eigentlich auf fast allen deutschen John Green-Büchern Füße abgebildet? Ist der Grafikdesigner Fußfetischist oder was? :D Das goldene Cover der Birthday Edition habe ich auch gesehen, mich aber dann doch für die schwarze Version entschieden. Bei dem Bonusmaterial handelt es sich wahrscheinlich nur um ein paar Goodies für echte Fans, aber ich konnte nicht widerstehen.

    Auf Eleanor & Park bin ich schon richtig gespannt. Ich hoffe, ich habe bald Zeit, es zu lesen. Was die Titel und Cover betrifft stimme ich dir vollkommen zu! Allgemein habe ich allerdings das Gefühl, dass der Trend momentan ein bisschen zum Original geht.

    Uii, jetzt hast du mir noch mehr Lust auf Love Letters to the Dead gemacht! Werde mir gleich mal die Rezension auf deinem Blog durchlesen. :)

    Also Maze Runner hat mir echt richtig (ich habe auch eine Schwäche für Füllwörter! :D) gut gefallen. Fand es fast so packend wie Panem. Harry Potter und Herr der Ringe habe ich auch nie gelesen, denn gerade Fantasy im Stil von HdR mag ich so gaaar nicht. Ansonsten lese ich aber schon oft gehypte Reihen, um quasi mitreden zu können.

    Ich wünsche dir ebenfalls ein tolles Wochenende! <3

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  3. Das Cover des Buches finde ich mega interessant, allerdings muss ich sagen dass der Klappentext irgendwie insgesamt seltsam klingt :D! Dennoch tolle Rezi die du gezaubert hast!

    LG Piglet ♥

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