R O O M S P I R A T I O N N o 1

Hallo Leute!
Heute gibt es die erste Folge unserer Roomspiration... Es geht einfach ums leben mit Büchern, das Internet ist voll mit Inspiration und einige möchten wir euch mindestens monatlich unter einem Überthema zeigen. So schnell ist eine neue Idee da! Viel Spass mit dieser ersten Folge!
farbsortierte buchregale
Da gehen die Meinungen ja auseinander. Ich finde es richtig schön auszusehen, aber für mein Regal kommt mir das nicht in den Sinn. Es wirkt für mich einfach zu ungeordnet, manche Bücher kann man einfach nicht bloss einer Farbe zuordnen, manchmal zerstückelt diese Ordnung die Reihen und man muss immer Platz für neue Bücher finden (ja, klar, muss man sowieso). Und irgendwie wirkt das für mich immer so, als würde die Person gar nicht wirklich lesen, weil es keine strukturierte Ordnung gibt, wie man Bücher schnell findet. Aber schaut euch bitte mal diese Bilder an, nicht einfach wunderschön? 
A CUP OF JO: Brooklyn apartment tour
Was für ein Beginn... Und auch nur schwer in diese Kategorie einzuordnen, weil es dem auch nicht hundertprozentig entspricht... Das Ganze sieht einfach mal mega aus, oder? Und JA, man kann die Bücher da auch noch rausnehmen, falls du dir das gerade überlegst. Jedenfalls gibt es solche Regale, und ich nehme mal schwer an, dass die Besitzer dieses, öhh... Buchregals... sich das auch überlegt hat. Da das auch nicht hundertprozentig nach Farben geordnet wurde finde ich es auch noch in Ordnung, der mehrheitlich weisse Bücherturm in der Mitte finde ich total toll! Und mit diesem
R E A D   M U C H darüber auch einfach mal mega genial. Was sagt ihr dazu?
Bookshelf using salvaged boards. Like that barn wood that's still hanging around in the workshop?
Bei dem bin ich mir gar nicht so sicher. Es wirkt mir ein bisschen zu dunkel, das Gestell ist ja auch wirklich das Gegenteil von hell. Die Farbsortierung, die auch gleich noch nach Grösse ist, finde ich aber hier auch wirklich der Hammer! und mir gefällt die gelbe Lampe irgendwie, haha! Und dass das Regal aufgelockert versucht wurde finde ich auch ganz schick, auch wenn nicht zu hundertprozentig gelungen für mich. Cool finde ich aber diese Leitungsröhre da oben, ist die nicht irgendwie... sexy? :D
How to Make a Small Room Look Bigger : 25 Tips That Work
Am meisten nach Farben geordnet und doch irgendwie mein Lieblings... Weil die Regale so schlicht sind. Der vordere... kürbigsförmige Pouf gefällt mir zwar nicht, zu wild, aber dafür der hintere. Wenn auch dieses Buch nicht sein müsste. Aber mit den Lampen darüber finde ich das Bücherregal nochmals besonders hervorgehoben und ich mag die Konstellation des Ganzen, auch wenn ich das so für mich niemals wollen würde. Aber diesen Ombreeffekt hat die Besitzerin dieses Regals ausgezeichnet hinbekommen, nicht? Wie die Farben ineinander übergehen!
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Das wäre der Start. Ab sofort gibt es dieses Format [mehr oder weniger] regelmässig auf dem Blog zu lesen und ich freue mich total darauf! Die Bilder beziehe ich übrigens von Pinterest, ich liebe diese Seite, sie ist das erwachsenerer WeHeartIt sage ich immer. [Oder auch das schönere, aber dann würde ich wohl von einigen von euch gekillt werden, oder so...] Ich liebe es einfach, Inspirationen für meine Bücherregale zu beziehen, und der Post, der mir am meisten in Erinnerung blieb ist wohl der im August nach meinen Geburtstagsneuzugängen, als ich meine Regale vorgestellt habe, darauf gab es auch richtig Resonanz, und deswegen hoffe, sagt auch euch diese Kategorie zu. Ich werde euch auch mal wieder Updates geben, aber ich will dafür perfekte Fotos, und das könnte echt noch ein wenig dauern. Das war es aber für heute mit der R O O M S P I R A T I O N .
Alles Liebe,
Mara
 R O O M S P I R A T I O N
my bookshelves and first roomspiration 

das BEWERTEN von büchern

 
Hallo ihr Lieben!
 
Heute möchte ich meine Gedanken mit euch teilen, wie viele das in letzter Zeit machen, aber diese ganzen Gedanken als Thema bei uns auf dem Blog irgendwie zu kurz kommen... Was denkt ihr? Das Thema heute ist irgendwie schon zu Tode diskutiert worden, aber für uns Buchliebhaber und vor Allem Buchblogger schon sehr wichtig und immer aktuell.

Vorab möchte ich sagen, dass ich in diesem Post einige meiner Gedanken dazu auffassen möchte, auseinandernehmen und ausführlicher darauf zu sprechen kommen möchte. Manche Einfälle will ich vielleicht einfach kurz einwerfen und unkommentiert lassen, oder,  was weiss ich. Mal schauen, was für einen Lauf dieser Beitrag nimmt. Und dann möchte ich euch auch noch vorneweg gerade zu einem anderen tollen Beitrag zum Thema schicken, den ihr bei der Schmökerecke einer meiner liebsten Bloggerfreundinnen, Chrisi, findet. Dafür einfach H I E R   K L I C K E N. Die lieben Leute in den Kommentaren haben auch fleissig ihre Ansichten gepostet. Wenn ich darauf eingehe, sorry for that, durch unterschiedliche Besprechungen zu dem Thema hoffe ich dennoch, unvoreingenommen meine Meinung zu präsentieren. So, jetzt aber mal los hier!
Das Bewertungssystem
Wir alle schreiben in unseren Rezensionen unsere Meinungen, meistens einen Fazit, ein Tacheles oder was weiss ich, eine Schlussfolgerung, wo man die eigenen Aussagen, die man im ganzen Text getroffen hat,  nochmal überdenkt und in verkürzter Form wiedergibt. Wenn ich das Buch noch vor mir habe, und, sorry, jetzt kommt 'ne Wiederholung, unvoreingenommen da ran gehen will, lese ich meistens nur kurz den Fazit, um einen kurzen Einblick in deine Meinung zu dem Buch zu bekommen. Und ja, ich gebe es zu, die Bewertung lasse ich nicht ganz aussen vor, ich bin immer ganz gespannt, ob jemand dem Buch zwei Sterne oder fünf Sterne gibt. Das ist das gängigste Bewertungssystem und klassischerweise auch das, was ich am liebsten mag. Mit Noten mag ich nicht so umgehen, weil das für mich zu schulisch ist, und das Umdenken, dass ich tatsächlich jedes Mal  als Schweizerin habe, ist es mir auch nicht wert. Deswegen also fünf Sterne. Das ist die volle Punktzahl. Manchmal möchten wir uns der Entscheidung auch entziehen und bauen dies und jenes ein: spezielle Highlight-Bewertungen, Halb- und sogar teilweise Viertelschritte. Das kommt mir immer so vor, wie wenn man eine schwere 'Entweder... Oder...' - Frage nicht beantworten mag und dann immer BEIDES oder KEINES VON BEIDEM sagt. Das ist auch völlig legitim, das dürfen wir. Manchmal weil man genervt ist, manchmal weil es kein Sinn hat und manchmal will man sich selbst das Ganze erleichtern. Hauptsächlich beim letzten Fall möchte ich mich selbst in Zukunft hinterfragen. Warum teile ich meine Bücher nicht in 5, 4, 3, 2, 1 ein? Warum entscheide ich mich nicht? In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass da viel mehr miteinschwingt....
Während dem Lesen | Nach dem Lesen
Kennt ihr das auch? Beim Lesen fühlt ihr euch unterhalten, amüsiert euch im besten Falle und geniesst das Buch einfach. Dann geht es an die Rezension. Und ihr denkt - Puuuh...! War das nicht eigentlich total vorhersehbar? War dieser Charakter nicht einfach mal so einer, der in jedem Buch vorkommt? War die Protagonistin wirklich so eine Aussenseiterin und so schlau? Natürlich gibt's das immer wieder. Aufgrund dieser Bewertung müsst ihr dann wohl eine der schlechtesten Bewertungen abgeben. Aber wie gesagt, das Lesen hat euch total gefallen. Tja, was dann? Vielleicht werden dich deine Leser nicht mehr ernst nehmen, wenn du dem Buch erst so die Meinung geigst und dann süsse vier Sterne verleihst? Klar, da würdest du auch bei jemand anderem denken, was das denn jetzt soll. Zurecht.  Das ist der Während dem Lesen Zauber. Da liebt ihr das Buch. Danach hasst ihr es. Wie sollt ihr das denn bitteschön in eine Schublade stecken? Mittig? Schlecht? Toll? Worte treffen es eh am besten. Ich bin mir sicher, dass du es schön auf den Punkt bringst und deine Leser dich verstehen, wenn du sagst: Gott, war das Buch scheisse. Aber ich habe es geliebt! Klar, das ist nicht die professionellste Aussage, aber hey, selbst wenn du für einen Verlag rezensiert, rezensiert du noch auf deinem privaten Blog. Deine Meinung ist nicht käuflich  und für die Zeitung schreibst du auch nicht gerade. Vielleicht sollten wir auch eine Art 'Preis' für eine solche Art von Lektüre einführen? Eine Wunderbar-Scheisse Bewertung? Wollen wir dem Buch einfach keine Bewertung geben? Oder sagen, pffh, damals fand ich es gut, jetzt aber nicht mehr. Es kriegt keinen Stern. Wie sollen wir uns verhalten? Ich bin dafür, dass man das einfach erwähnt. Das geht immer, denn mit Worten sind die Bücher und deine Rezensionen geschrieben, Worte sind eigentlich alles,  was du hast. Und dieses *hust* Bewertungssystem.
2 Sterne gleich 2 Sterne
Jetzt geht es darum, was wäre, wenn wir als Bewertung wirklich nur 1 - 5 Sterne zur Verfügung haben. Dann werden die Highlights natürlich mit fünf Sternen belohnt, sehr gute Bücher, bei denen dieser letzte Funken nicht rübergesprungen ist, der letzte Schliff für dich noch gefehlt hat. Drei Sterne bekommen dann die guten Bücher, die über dem Durchschnitt liegen, aber eben nicht wirklich sehr gut waren. Zwei Sterne sind dann die Bücher, die deinem Genre nicht entsprechen, die du unterdurchschnittlich schlecht findest und einiges zu bemängeln hast. Einen Stern bekommen die Bücher, die du wirklich niemandem empfehlen kannst und über die du eigentlich gar nicht mehr weiter nachdenken möchtest. Aber dann gibt es ja mehr positive Bewertungen über der Mitte, 3, 4, 5 und 2 & 1 sind schlechter als der Durchschnitt. Wie wäre eine Null für die Bücher, die du abgebrochen hast? Das wäre so mein Vorschlage, das würde ich wohl so machen. Aber wir haben noch die Halbschritte, und auf diese möchte ich echt nicht verzichten. Manchmal ist die Vorstellung, 3.75 Sterne zu geben, unglaublich verlockend, aber da versuche ich mich nochmals zu besinnen, in mich zu gehen, und, ja, zwischen dreikommafünf und vier zu entscheiden. Die Mitte empfinde ich nicht als schlecht. Aber drei Sterne, da schreckt man doch erstmal zurück. Und das finde ich schade. Viele wissen, dass Fantasy, vor Allem High Fantasy überhaupt nicht mein Ding ist. Da werde ich wohl eher schlechte Bewertungen hinterlassen. Und dir wird es vielleicht sehr gut gefallen. Deswegen, bitte, schreckt nicht zurück wenn ihr eine Bewertung mit zwei Sternen seht, sondern lest die Rezension dazu und dann kommt ihr vielleicht darauf, dass der Rezensent_in alles zu bizarr war, und das genau das ist, was du magst. Bewertungen sind selber so überbewertet, meiner Meinung nach.
Also fünf Sterne...!
Fünf Sterne sind wiederum auch gar nicht so wenig. Ja, ich weiss, ich widerspreche mich immer. Aber warum immer fünf Sterne geben? Vielleicht verdient das Buch fünf Sterne, vielleicht aber nur vier, vielleicht ist es ein Highlight. Warum greifen wir dann immer zu den selben Bewertungen zurück? Vielleicht wollen wir uns auch selber belügen. Zwischen vierkommafünf und fünf ist so ein minimaler Unterschied, aber fünf Sterne sind doch viel besser. Das lesen alle lieber. Das mögen alle lieber, das wollen alle lieber. Und genau in diesem Moment vierkommafünf zu verleihen finde ich eine wahnsinnige Stärke.
Aber ich lese doch gerne, weil... 
Chrisi hat aber sehr spannend und interessant noch geschrieben, dass man doch gerne liest, weil die Bücher gut sind. Ganz ehrlich, NIEMAND von uns würde gerne lesen, wenn alle Bücher schlecht oder mittelmässig sind. Die Mischung macht's. Und ich denke, dass das, gar nicht im negativen Sinne gemeint, auch in dieses Belügen reinspielt. Lieber mal ein gute Bewertung für ein gutes Gefühl.
Ein Stern, sorry, aber das muss sein.
Wie gesagt, manchmal muss das. Vielleicht ist ein Stern eher fürs Gewissen da. Wie die fünf Sterne. Manchmal kommt ein Buch zum falschen Zeitpunkt, dann stimmt die Chemie wieder einfach nicht. Wenn du das befürchtest, dann schreib das doch dazu. Keiner wird dir das übel nehmen, Bücher gefallen und gefallen nicht, das ist alles subjektiv. Das ist DEINE Meinung, die, die zählt. Deswegen schreck auch nicht vor diesen 'extremen' Bewertungen ab. Je häufiger wir sie benutzen, desto weniger extrem sind sie. Dazu zählt natürlich eine Begründung, weshalb dieses Buch dir jetzt nur einen Stern wert war. Wenn du das vereinst, dann bringst du so viel Differenz in deine Rezensionen, was ich manchmal ganz sympathisch finde. Natürlich braucht ihr keine Bücher einfach schlecht zu bewerten, vielleicht willst du sie gar nicht rezensieren oder gar nicht bewerten, was weiss ich. Aber wenn du eigentlich einen Stern vergeben willst, dann gebe ich dir den letzten Kick: Mach es! Vergib einen Stern! Wie gesagt, manchmal muss es einfach sein...
Und die ganze Arbeit hinter dem Buch
Wir gehören mit unseren Rezensionen und Buchempfehlungen auch  ein bisschen in dieses Business hinter einem Buch. Aber da sind wir neben den Autoren längst nicht die einzigen. Denn es gibt so viele Jobs, so viel Arbeit steckt in einem Buch, von hunderten Personen. Und wir hoffen und können annehmen, dass auch diese das mit sehr viel Liebe tun. Würdigen wir dann ein Buch nicht, wenn wir es mit einem Stern bewerten? Werden wir der Arbeit und dem Herzblut, das reingesteckt wird, nicht gerecht? Doch, absolut. Es gibt Bücher, da spürt man  diese Liebe nicht. Und da ist auch keinem geholfen, wenn ihr das alles ignoriert. Deine Leser zählen auf deine Meinung, mögen die gleichen Bücher, und dann wohl die gleichen nicht, deshalb solltest du ihnen, aber in erster Linie auch dir selbst gerecht werden und du deine ehrliche Meinung niederschreibst. Wenn du dich in einem Flor befindest, wenn du so ein Loslassen-Losschreiben hast, dann kommen oft wundervolle Rezensionen raus.
Was ich noch sagen wollte:
Das war es, was ich loswerden wollte. Ich habe oft mit DU geschrieben, einfach, um ein bisschen diese persönliche Note, mit der ich den Post würzen wollte, unterstreichen zu wollen. Ich habe selbst bemerkt, dass alles dadurch so bestimmen wirkt. Das wollte ich natürlich nicht! Dieser Beitrag (und natürlich auch meine Rezensionen, hihi) sind nur meine Meinung und ich finde es toll, wenn deine vielleicht ganz anders ist. Teil mir das doch mit! Ich möchte gerne mit euch in den Kommentaren diskutieren und ich will euch mitgeben, eure Bewertungen zu treffen. Wenn ihr einfach ein positiver Mensch seid, dann bewertet ihr aber eure Bücher so. Aber ich möchte euch auch den Mut mitgeben, länger nachzudenken und dann zu anderen Bewertungen zu greifen. Und dieses länger Nachdenken zahlt sich aus: So viele schauen (leider) hauptsächlich auf die Bewertungen, dass diese doch eure Meinung repräsentieren sollte.

WAS DENKST DU? IN WELCHEN PUNKTEN STIMMST DU MIR ZU? ODER IN GAR KEINEN? ICH FREUE MICH, VON DIR ZU HÖREN, UND WÜNSCHE DIR EINEN WUNDERSCHÖNEN TAG NOCH!

Allerliebst,
Mara 


marias letzter tag




 
Marias letzter Tag ~ Alexandra Kui
Genre: Real-Life
Verlag: cbt-Verlag
Seitenanzahl: 300 Seiten
Fassung: Hardcover mit Schutzumschlag
Preis: ca. 14,95 Euro [D]

 
Jeder hat Angst: vor der Euro-Krise, dem steigenden Flusspegel, dem Notendurchschnitt. Lous beste Freundin Maria hat Angst vor dem Krebs. Als sie von einem Zug erfasst wird und nur knapp überlebt, sprechen alle von Selbstmord. Da ruft Lou den Sommer ohne Angst aus. Ihr Plan: zu leben, als  sei es ihr letzter Tag. Tun, wovor sie sich immer gefürchtet hat. Sich  fühlen, wie Maria sich gefühlt hat. Ihre selbstgedrehten Videos postet Lou auf ihrem YouTube-Channel, dem sie den Namen Marias letzter Tag gibt. Rasant steigt die Zahl der Klicks, es entsteht eine Bewegung der Angstverweigerer. Die Mitschüler, Freunde und Fans übertrumpfen sich mit immer gefährlicheren Aktionen. Und irgendwann verliert Lou die Kontrolle...
 
 
Zuerst fiel mir das Cover des Buches auf, mal hier, mal da. Ich hatte nicht so 'ne Meinung zu, es hat mich nicht sofort angesprochen. Dann bin ich trotzdem mal darüber gestolpert, ich weiss gar nicht mehr wann, und dann lag es im Briefkasten und ich hielt es in meinen Händen. Und dann fand ich es plötzlich richtig schön, modern. Deswegen möchte ich mich zuerst zu der Gestaltung äussern. Der Hintergrund ist ein Himmel, giftgrün, darunter realistische Wolken, wie Puderzuckerwatte. Besonders die kleinen Sternchen haben es mir angetan, die funkeln, die einem auffallen und die das gewisse Etwas verleihen. Die Farbkombination hellgrün / rot, Komplementärfarben also, gefällt mir richtig gut! Das Weiss lockert das Ganze ein bisschen auf, nur bei der schwarzen Schrift bin ich mir ein bisschen unsicher. Allerdings weiss ich auch nicht, wie ich selbst das besser gemacht hätte. Ein wahrer Hingucker ist auch das Transparente Playzeichen, der Button, der bei mir natürlich fest mit YouTube verbunden ist, und nachdem man den Klappentext liest, merkt man auch,  dass es so richtig ist. Eine interessante Überlegung habe ich aber auch irgendwo anders gelesen: Wenn man etwas stoppt, sieht man den Playbutton. Man muss vorher also was gestoppt haben, oder das Ganze ist noch gar nicht gestartet. Lässt man den Video laufen, dann kommen die Zwei Striche, Pause. Das finde ich auch eine wunderbare Assoziation, die sich auf eine Weise auch durch den Klappentext erschliessen lässt, und erst recht, wenn man das Buch liest. Und das sollte man.
 
 
Anfangs war ich verwirrt. Ich liebe es, wenn die Typographie wechselt in einem Buch, ein kurzer Abschnitt wie ein Blogeintrag oder so. Und hier gab es gleich zu Beginn einige solcher Perspektiven, was mich dann doch verwirrte. Aber mit der Zeit kam ich rein und dann war mir vieles so viel klarer.
 
Lou ist eine spezielle Persönlichkeit. Sehr echt, sehr realistisch, und doch begegnet man ihr vor Allem auf einer Ebene. Der Ebene ihrer Angst. Man muss fairerweise aber auch  sagen, dass Angst ein Grossteil ihres Lebens einnimmt. So erzählt sie mit ironischer Ernsthaftigkeit wie sie ihr Haus Titanic nennt und ständig davon redet, dass alle sterben werden. Und dass alle in der Familie bei allem Schwarz sehen. Und diesem Angst-Haben, jederzeit, bei Allem, da will sie jetzt einen Schlussstrich darunter ziehen.  Denn sie hat endlich entdeckt, dass nicht nur sie Angst hat, sondern alle. Denn ihre beste Freundin Maria hat panische Angst vor Krebs. Der ihre Familie droht einzunehmen. Durch einen Unfall landet Maria im Krankenhaus, im künstlichen Koma. Und da war Lou nicht für Maria da, hat die Angst vor Maria vor lauter eigenen Ängsten gar nicht gesehen. Es wird gemunkelt, es war ein Selbstmordversuch. Aber egal ob es das war oder nicht, Lou war nicht für sie da. Und jetzt will Lou das wieder gutmachen. Sie will anderen helfen.  Dafür beginnt sie ihren Youtubechannel und benennt diesen nach Maria. Nach dem letzten Tag. Dem Tag, an dem man alles tut, an dem man alles riskiert und seine Ängste überwindet. Sie stellt Videos online, in denen sie sich ihren Ängsten stellt und feiert riesige Erfolge damit. Schnell wird klar, dass alles zu einem Druck wird, sie stöhnt darüber, ständig neues Material für die immer hungrigere Meute an Zuschauern zusammenzubringen. Da war sie naiv, und es war so schön zu lesen, wie naiv sie war, weil es durchgeplant erschien.  Sie startete ihren Channel, weil sie dachte, sie sei jetzt endlich schön genug dazu. Dabei rührt das ganze gar nicht daher. Sie war ein sehr toller Charakter, ich habe gerne von ihr gelesen, auch wenn sie ein wenig einseitig beschrieben wird. 
 
 
Dann dreht sich alles um. Immer mehr Leute riskieren immer mehr, inspiriert von Lou und Marias letzter Tag. Das wollte Lou natürlich nicht, sie wollte nur die Haltung zeigen, sich von seinen Ängsten nicht überwältigen zu lassen. Zuerst ist es cool und Lou wird gefeiert. Dann, pünktlich zum Bergauf von Maria, fängt der Hass an.  Der Hass auf Lou, weil sie schuld ist an Todesfällen. Weil viele zu viel riskiert haben. Weil sie die Aktion nicht gestoppt hat. Auch wenn sie spät reagiert hat, zeigt der Roman auch schön, wie sich sowas verselbstständigt. Was hätte Lou auch tun können? Und ganz ehrlich, wie hättet ihr reagiert, wenn ein Mädchen anfängt in Videos die Jugend zu aberwitzigen Aktion zu inspirieren? Ich wäre unglaublich wütend. Ich hätte keine Ahnung vom Hintergrund. Auch bei Lou selbst läuft es ein wenig aus dem Ruder, nicht nur bei allen, die sich ihren Ängsten stellen. Sie ist schlussendlich doch die, die alles hinschmeisst. Zu spät, aber als richtige Entscheidung. Der Roman zeigt diesen Hintergrund wunderschön, was Lou wollte, wie Lou es wollte,  wie es missverstanden wurde. 
 
Die Geschichte ist auch  sehr modern, erzählt nicht nur von YouTube sondern von Instagram und Hashtags. Und wie Marias letzter Tag zum Hit wird, wie alle alles fressen, zuerst, was Lou ihnen bietet. Und dass wir doch keine Ahnung haben, wie sich alles wenden kann. Wie man etwas beenden kann.
 
Diese Drehung hat mir gefallen, denn ansonsten wäre es eine Geschichte, und nichts wäre genügend hinterfragt worden. Mir gefällt auf eine Weise natürlich auch, wie Lou sich verändert hat, andererseits bin ich auch erschrocken, wie schnell man die Angst verlieren kann. Und wie sich Freunde zu Feinden wenden.
 
 
Ich kann eigentlich gar nicht wirklich einen Kritikpunkt finden, muss aber auch sagen, dass das Buch nicht perfekt war. Es lässt sich schnell lesen und spielt mit Klischees, aber dieser letzte Funke springt nicht ganz rüber, für mich jedenfalls. Trotzdem nehme ich  viel mit aus den zwei  Tagen, an denen ich mit Lou mitgefühlt habe und Marias letzter Tag mit angehaltenem Atem mitverfolgt habe. Diese Kopplung mit Social Media hat mir sehr gefallen, allerdings auch nicht für jeden Roman. So verbindet dieses Buch etwas, was komischerweise noch nicht oft auf diese Weise in Verbindung gebracht wurde, auch wenn man  das von der Generation heute meinen würde. Daher finde ich, dass Alexandra Kui hier sehr schön und sorgfältig gearbeitet hat und ein eigenes Werk mit Botschaft und Charakteren, denen man beim Lesen  sehr gerne folgt, geschaffen.
 
 
Was mir im Allgemeinen sehr gut gefällt, ist,  dass dieser Roman auch wieder was übermittelt. Aber nicht eindeutig. Denn einerseits sagt der Roman uns, sich unseren Ängsten zu stellen, andererseits aber auch, dass unser Angstinstinkt uns schützt und unglaublich  wichtig ist. Eine schöne Message gekoppelt mit einer aktuellen Auffassung.  
 



 
 Alexandra Kui wurde 1973 in Buxtehude geboren. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Sozialgeschichte in Hamburg und arbeitete für verschiedene Tageszeitungen, bevor sie anfing, Bücher zu schreiben. Nach dem Kriminalromanen Blaufeuer, verfilmt fürs ZDF unter dem Titel Der Tote im Watt und Wiedergänger erschienen inzwischen drei Jugendthriller, Lügensommer, Falsche Nähe und Stille Feindin. Unter dem Namen Alexandra Kuitkowski veröffentlichte die Autorin, die auf der Geest bei Hamburg lebt, den Roman Die Welt ist eine Scheibe.
an den CBT Verlag für dieses etwas andere *Rezensionsexemplar.

fuck you leben



 
Fuck you Leben! ~ N. Pratt
Genre: Real-Life
Verlag: dtv Verlag
Seitenanzahl: 420 Seiten
Fassung: Broschiertes Buch
Original: Trouble
Übersetzerin: Anja Galic
 
Preis: 14,95 Euro [D]


 Die seltsamen Wege der Liebe
 
Von einem Tag auf den anderen steht Hannahs Leben komplett auf dem Kopf. Sie ist schwanger, mit 15. Und sofort fängt die Gerüchteküche an zu brodeln, wer der Vater sein könnte. Denn Hannah hat einen 'Ruf'. Sie selbst weiss als Einzige ganz genau, wer der Vater ist. Der Junge, den sie wirklich liebt, und mit dem sie doch nie hätte schlafen dürfen. Deshalb nimmt sie das Angebot ihres neuen Mitschülers Aaron, sich als der Vater auszugeben, nur zu gern an. Auch wenn sie zunächst keine Ahnung hat, wieso er sich das antut. Was als rein freundschaftliche Beziehung beginnt, wird bald zu mehr. Und irgendwann müssen beide Farbe bekennen...
 
¨
 
Dieses Buch habe ich gelesen, weil eine Freundin unendlich begeistert mir ganz oft davon vorgeschwärmt hat. Die Geschichte hat mch interessiert, schien aber auf den ersten und den zweiten Blick als eine zufällige Zusammenwürflung einiger aufgebrauchten Themen zu sein. Dann habe ich begonnen zu lesen. Ausgelutscht ist auch schon dieser Schreibstil, dieses Wechseln der ichten, das ich früher so mochte und jetzt, ja, man könnte fast schon sagen, verabscheue.
 
Der Anfang war nicht nur holprig, er hat mich auch immer wieder erstaunt. Wie der Titel auf zynische Weise mit einem Ausdruck spielt, beginnt auch das gesamte Buch. Unsere Protagonistin ist genau so eine Figur, wie man sie sich nie als Hauptrolle vorstellen kann. Die Schlampe. Ständig erzählt sie von ihren Aufreissereien. Von ihren Sexabenteuern in Form von One-Night-Stands, mit immer wieder anderen jungen Typen, die doch eigentlich noch mit Playmobil spielen. Fünfzehn. So alt sind die Jugendlichen im Buch angeblich. So oder so, ziemlich schockierend, das so zu lesen. Ich  weiss auch nicht, wie viel davon stimmt.  Das trostlose Treffen um ach-so-aufregende-Schalafens-Zeiten auf verlassenen Kinderspielplätzen, das billige Rumreichen verrotzer Rumflaschen, das Zupfen am Ausschnitt, damit möglichst viel zu sehen ist. Hat mich angewidert, das so zu lesen. In einer Ausführlichkeit. Und so lange. Zäh begann das Buch, und zäh verlief es.
 
 
Man meint, sie zeigt die heutige Jugend auf. Aber dann kommen wieder Szenen, in denen fünfzehnjährige Jungs sich über Klamotten unterhalten und unser ach-so-charmante Held doch tatsächlich erfreut zugibt, dass alles in seinem Kleiderschrank von der Mutter ausgesucht worden. Ich hab nicht ganz dahinter geblickt, ob Pratt mit Klischees spielen wollte. Für mich hat es nicht funktioniert, aber ich kann mir vorstellen, dass sie es auf geschickte Weise gemacht hat, sodass es für einige andere vielleicht ja doch klappt.
 
Auch wenn Hanna sich verändert blieb sie mir wahrhaftig das ganze Buch über unsympathisch. Es mag natürlich sein, dass einige genau das an ihr mögen, was ich nicht mochte, aber sie wirkte auf mich unecht und unrealistisch. Man überlegt, ob sich mit dem Baby für sie alles zum Guten wendet und beschliesst ab Hälfte des Buches, dass es so sein muss, damit man wenigstens ein bisschen mit unserer Prota und ihrer Situation mitfühlt. Es gab wunderschön beschriebene Stellen und Aaron war auch kein allzuschräger Charakter, aber letztendlich  fühlte ich mich ein bisschen verraten mit dem Buch. Es hat meiner Meinung nach nicht gehalten, was es verspricht, und der Anfang könnte geradezu verstörend sein auf jüngere Leser.
 
 
Die Aufmachung ist gelungen. Erwachsen zurückhaltend und doch speziell spielt es miit Typographie und Bild. Das Ergebnis lässt sich als Cover auf jeden Fall sehen. Ich finde auch  die Entscheidung,  ein grosses, fast schon festes broschiertes Buch daraus zu machen sehr gut, weil es von dem Format total angenehm zum Lesen ist.
 
 
Die Autorin wollte den Puls der Zeit treffen und hat vor Allem da ziemlich danebengeschlagen, meiner Meinung nach. Es wirkt, als wolle sie Klischees vermeiden, um sie an der nächsten Ecke wieder einzubauen, insgesamt wirkte alles gehetzt und, auch  wenn s genau daraus ausgelegt wurde, leider sehr unrealistisch. Es steht ein bisschen  was anderes darauf, als man dann innen findet, und das, was man dann findet, hat mich leider ziemlich enttäuscht. Der Lesespass war dann  zu Ende des Buches aber trotzdem voll da, da die Vorbereitung zur Geburt einfach süss mitzuverfolgen waren.
 
 
 


 N. Pratt hat nach ihrem Studium zunächst als Sachbuch-Lektorin gearbeitet, bevor sie zum Kinder- und Jugendbuch wechselte. Von 2009 an hat sie das Programm von Catnip Publishing geleitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Kind in London. Fuck you Leben! ist ihr erstes Roman.
an den dtv Verlag für die freundliche Bereitstellung dieses *Rezensionsexemplars!