secret fire, die entflammten | buchbesprechung


Wird die Liebe das Schicksal besiegen? Der 17-jährige Sasha setzt sein Leben mit spektakulären Aktionen aufs Spiel - weiß er doch, dass er nicht sterben kann (jedenfalls nicht vor seinem 18. Geburtstag). Grund ist ein uralter Fluch, der seit Generationen auf seiner Familie lastet. Ein Fluch, von dem ihn nur die 17-jährige Taylor erlösen kann. Doch der Preis dafür ist hoch. Ist sie bereit, sich und ihre Zukunft für Sasha zu opfern?

Vor ziemlich genau vier Jahren habe ich begonnen die Night School Reihe von C.J Daughtery zu lesen. Sie war damals meine Lieblingsreihe und auch mehreren meiner Freunde konnte ich diese Reihe andrehen. Ich war noch nie ein Fantasy Buch Fan, aber schon damals konnte mich die Night School Reihe der Autorin abholen und mich überzeugen, dass es auch in diesem Genre gute Bücher gibt. Die Geschaffene Welt ist so komplex und ohne Haken, ideal ineinander gewebt. Eine Mischung, die ich sehr beeindruckend finde und die mich immer wieder staunen lässt - gibt es das wirklich? Wäre schon cool, wenn ich das auch könnte... Meine Gedanken beim Lesen sind immer sehr lustig. Die Charaktere waren mir auch bei Secret Fire äusserst sympathisch und gut ausgeführt, in den ganzen 400 Seiten hat die Spannung nie nachgelassen. Jedes Kapitel hat mit einem Cliffhanger aufgehört, wurde dann aber auch spannend weitergeschrieben. Das mochte ich schon damals an der Autorin, dass man quasi nie enttäuscht wird, wenn man weiterliest, sondern dass man dann immer erst recht weiterlesen möchte, weil einem gefällt, was passiert. 

Nachdem ich den ersten Band also erstaunlicherweise sehr gerne gelesen habe, bin ich sehr gespannt auf den zweiten Band! Ich wusste zwar, dass mich die Night School Reihe damals gefesselt hatte, aber hatte nicht erwartet, dass die Autorin mich Jahre später erneut abholen kann und dann erst noch mit einem Werk, das wohl vergleichbar gut ist, wie das zuvor. Von daher ist es mir beinahe etwas peinlich, dass ich gerne die Fortsetzung lesen würde, da ich mich ja gerne etwas mehr der Belletristik zuwenden möchte, aber es scheint, als käme ich doch noch nicht ganz weg von der Jugendbüchern. Das ist aber auch okay, gute Bücher sind für alle Altersklassen gut und im Normalfall gar nicht unbedingt einzuordnen, da sie meist eine grosse Gruppe von Menschen anspricht. Das Buch hat keine grosse Dringlichkeit, damit meine ich, dass es nichts thematisiert, was irgendwie vergänglich ist, oder gerade die jetzige Zeit anspricht, zum Beispiel die Flüchtlingskrise, es geht nämlich hauptsächlich um die Unsterblichkeit und magische Kräfte. Das Buch ist super spannend und gerade jetzt für die Ferien sehr zu empfehlen - mit dem Buch am Pool in der Sonne liegen und in eine andere Welt eintauchen. 

Das Setting der Geschichte ist zum einen Paris und dann noch England, vor allem Oxford. Eine interessante Mischung und auch immer wieder schön, wenn man die Orte kennt und sich vorstellen kann, was wie wo und wann geschieht. Die beiden Protagonisten lernen sich und einander nämlich ständig etwas besser kennen und irgendwie fand ich das sehr originell gelöst, dass das Kennenlernen oder die Selbstwahrnehmung, die ja sehr fiktiv ist, an realen Orten stattfindet. Irgendwo durch ist der Plot recht vorhersehbar, aber man wird immer wieder überrascht, da es dann doch wieder in eine andere Richtung geht, als gedacht. Das gefiel mir gut. Im Vergleich zu Night School war der Plot uninteressanter. Die Geschichte in Night School war etwas näher an der Wirklichkeit als diese hier. In Secret Fire ist der Ort real und die Kräfte der Protagonisten sind fiktiv und in Night School selber ist es genau umgekehrt - sofern ich das noch richtig in Erinnerung habe. Alles in allem hat mir wohl Night School etwas besser gefallen, aber nur, weil mir die Geschichte etwas besser gefallen hat. Auch im neuen Buch konnte ich nämlich den unverwechselbaren Schreibstil der Autorin erkennen, den ich super angenehm zum Lesen finde. Die Frau weiss, wie sie den Leser abholen kann. Ich möchte mir bei Gelegenheit unbedingt den zweiten Band zulegen. 

ferienlektüre anaïs


meine geniale freunden I, elena ferrante

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.
Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Strassen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schiesserei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.
Nach dem ganzen Hype und um das riesige Geheimnis der italienischen Autorin möchte auch ich mich an den ersten Band wagen. Meine Mutter fand das Buch sehr gut und ich habe bereits etwas reingelesen. Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt. Die Voraussetzungen finde ich schon sehr spannend und die Lektüre erscheint mir ideal für den Sommer; heiss und viel Sonne, lange Nächte und Zeit zum Nachdenken und sich in Gedanken an die guten alten Zeiten zu erinnern...

die geschichte eines neuen namens II, elena ferrante

Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht – er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt.
Ich hoffe natürlich, dass mir der erste Band von Elena Ferrante gefallen wird und dass ich gleich Lust habe mich auf das zweite Buch zu stürzen, deshalb habe ich auch das gleich einmal eingepackt. Ich hoffe schwer, dass mich der erste Band nicht enttäuscht und freue mich dann hoffentlich um so mehr auf den zweiten.

monsieur picasso und der sommer der französischen köstlichkeiten, camille aubray

Er ist ein Künstler, der aus einem gelben Fleck eine Sonne machen kann. Sie ist eine Köchin, der es gelingt, in einer Quiche das Meer, den Himmel und den Duft von Pinienwäldern einzufangen Er ist Spanier und voller Temperament. Sie ein junges französisches Mädchen. Er malt und hat sich als Picasso bereits weltweit einen Namen gemacht. Sie arbeitet als einfache Kochgehilfin in der Provinz.
Er brennt für seine Leidenschaft, erlebt jedoch eine künstlerische Schaffenskrise und flüchtet an die Côte d’Azur. Sie träumt von einer selbstbestimmten Zukunft, irgendwo, nur nicht in Juan-les-Pins. Als Maler und Mädchen aufeinandertreffen, entzündet sich ein Funke, der nicht mehr zu löschen ist. Und auch ein Jahrhundert später noch lodert …
Eines Tages habe ich auch diesen Roman vom Fischer Verlag bei mir im Briefkasten gefunden und bin unglaublich gespannt, was er hergibt. Die Bewertungen, die ich bisher gesehen haben, waren durchaus positiv. Da ich diesen Sommer sowieso in die Bretagne nach Frankreich verreise, ist es auch nicht schlecht, wenn das Gefühl das dieses Land vermittelt, vorhanden ist - macht doppelt so Spass zu lesen!

dies sind die namen, tommy wieringa

Sie waren dreizehn auf ihrer Flucht, jetzt sind sie nur noch fünf. Eine Gruppe illegaler Migranten wurde von skrupellosen Schleppern in der Steppe östlich der Karpaten ausgesetzt. Ob sie die Grenzen ihres Landes wirklich überquert haben, erfahren sie lange nicht. In der fiktiven Stadt Michailopol irgendwo in Osteuropa herrschen Gesetzlosigkeit und Korruption. Pontus Beg ist dort Polizeikommissar. Job, Wohnung und regelmäßiger Sex sind ihm sicher, aber etwas Entscheidendes fehlt. Der Polizist und die Flüchtlinge – wonach sind sie auf der Suche und was wäre es, das zu finden sich lohnt?
Schon in verschiedensten Posts haben wir euch von diesem Buch erzählt, ich hoffe sehr, dass ich in diesen Sommerferien endlich zu diesem Werk greifen kann. Es hört sich sehr spannend an und behandelt auch die aktuelle Flüchtlingskrise und die Schwierigkeit des Ankommens in einem neuen Land. Seit der Buchmesse steht es bei mir im Regal, ich hoffe es enttäuscht mich nicht! 

wir waren doch mal feministinnen, andi zeisler

Feminismus ist hip. Beyoncé und Emma Watson bekennen sich zum »F-Wort«, Taylor Swift sowieso. Eine ganze Marketingindustrie schreibt sich »Empowerment« auf die Fahnen, um damit so gut wie jedes Produkt, von Unterwäsche bis Frühstücksflocken, an die Frau zu bringen. Was als politische Bewegung für soziale Gerechtigkeit begonnen hat, scheint heute kaum noch mehr als ein Shoppingtipp in einem großen, bunten Markt zu sein, der uns Lösungen für Probleme und Problemzonen verkauft, die erst das System zu solchen macht. Der Feminismus als Marke setzt individuelle Selbstverwirklichung über kollektive Solidarität. 
Andi Zeisler, Gründerin und Herausgeberin des Bitch Magazine, nimmt in ihrem höchst unterhaltsamen Buch eine schillernde Reihe von Beispielen aus Popkultur, Medien und Werbung unter die Lupe und zeigt, wie der Feminismus vereinnahmt und verwässert wurde. »Ermächtigung« ist in aller Munde, auf der anderen Seite hat die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten gezeigt, dass Sexismus auf erschreckende Art salonfähig ist. 
Unerschrocken und mit beißendem Witz erzählt dieses Buch, wie wir es dazu haben kommen lassen, und es erinnert uns daran, dass mit Feminismus eigentlich einmal etwas anderes gemeint war.
Dieses tolle und auffällige Exemplar habe ich zig Male in verschiedenen Buchhandlungen gesehen und mich hunderte Male rumgedrückt bis ich es mir jetzt endlich gekauft habe. Ich habe noch keine Rezension dazu gelesen, aber die Thematik interessiert mich sehr. Feminismus allgemein ist eines meiner liebsten Themen, aber gerade auch den Hype darum, der beschäftigt mich sehr. Feminismus wird zum Business und ich bin gespannt, was uns Andi Zeisler zu erzählen hat. 

liebe ijeawele, chimamanda ngozi adichie

Mit fünfzehn Vorschlägen für eine feministische Erziehung wirft die Bestseller-Autorin Chimamanda Ngozi Adichie so einfache wie wichtige Fragen auf und spannt den Bogen zwischen zwei Generationen von Frauen.
Chimamanda Ngozi Adichie, Feministin und Autorin des preisgekrönten Weltbestsellers ›Americanah‹, hat einen Brief an ihre Freundin Ijeawele geschrieben, die gerade ein Mädchen zur Welt gebracht hat. Ijeawele möchte ihre Tochter zu einer selbstbestimmten Frau erziehen, frei von überholten Rollenbildern und Vorurteilen. Alles selbstverständlich, aber wie gelingt das konkret?
Mit ihrem Manifest ›Liebe Ijeawele. Wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden‹ zeigt Chimamanda Adichie, dass Feminismus kein Reizwort ist, sondern eine Selbstverständlichkeit. Mit fünfzehn simplen Vorschlägen für eine feministische Erziehung öffnet sie auch den Blick auf die eigene Kindheit und Jugend. Die junge nigerianische Bestseller-Autorin steht für einen Feminismus, mit dem sich alle identifizieren können. Ein Buch für Eltern und Töchter.
Mara hat dieses Buch bereits hier rezensiert und auf ihre Empfehlung hin habe ich auch dieses Buch noch extra für die Ferien gekauft. Ich bin gespannt und weiss jetzt schon, dass es mir unglaublich gut gefallen wird.

die ehrbare dirne, jean-paul sartre

SENATOR. Warten Sie: stellen wir uns vor, daß die amerikanische Nation plötzlich vor Ihnen erscheinen würde. Was würde sie zu Ihnen sagen? LIZZIE (erschreckt). Ich nehme an, sie hätte mir nicht gerade viel zu sagen. SENATOR. Sind Sie Kommunistin? LIZZIE. Wie gräßlich - nein!  SENATOR. Dann hat sie Ihnen sehr viel zu sagen: »Lizzie, es ist dahin gekommen, daß du zwischen zweien meiner Söhne wählen mußt. Der eine oder der andere muß verschwinden. Was macht man in einem solchen Fall? Man behält den Besseren. Nun wollen wir sehen, wer der Bessere ist. Willst du?«
Wie man am Klappentext bereits erkennen kann, handelt es sich hier um ein Theater in einem gelben Reclam Büchlein. Ich hätte wohl ohne Maras Empfehlung keinen Blick darauf geworfen, aber schon lange wollte ich etwas von Sartre lesen und hab mich dann relativ schnell für einen Kauf entschieden. 

alles bleibt in der familie, lynne Sharon schwartz

Eine Grossfamilie in der New Yorker Upper West Side. Roy, ein Psychotherapeut, und seine erste Frau, Bea, eine Gastronomin, leben zusammen mit ihren vier Kindern und deren Partnern und Geliebten, Roys weiteren zwei Ehefrauen, Beas Liebhaber, ihrer lesbischen Künstlerinnenschwester sowie ihrer nervtötenden Mutter in einem einzige Mehrfamilienhaus. Da ist wenig Platz für alle - und doch genug Raum für Missverständnisse, schlechte Gefühle, aber auch unerwartete Freude. Ein scharfsinniges Buch über eine moderne Familie und der lustigste Roman dieser grossen Autorin.
Zur Abwechslung lese ich immer gerne Familiengeschichten, die finde ich auch in einem Gespräch mit jemand anderem meist am spannendsten. Ich freue mich auf diese Buch vom Kein&Aber Verlag, das Setting in New York gefällt mir und für Zwischendurch ist dieser Roman bestimmt eine gute Wahl! 

fleisch, simone meier

Anna und Max, beide Mitte vierzig, sind miteinander zur Schule gegangen und viel später aus Bequemlichkeit ein Paar mit langweiligen Paarfantasien geworden. Doch dann verliebt sich Anna, geplagt von allen Begleiterscheinungen des Älterwerdens, zum ersten Mal in eine Frau, in die 27-jährige Lilly. Und Max verliebt sich in Lillys Mitbewohnerin Sue, die jedoch nur gegen Geld mit ihm ins Bett geht. Anna träumt von Lilly, schläft aber mit einem Filmstar. Lilly wiederum muss sich um ihren kleinen Bruder kümmern, der Eltern und Lehrer zur Verzweiflung treibt, doch Anna ist ihr keineswegs entgangen. Psychoterror und Wahnsinn schleichen sich in die Geschichte, dennoch wird ein Happy End angepeilt.
Auch von Fleisch habe ich sehr viel Gutes gehört. Das Buch ist eher feministisch geprägt und von einer Schweizer Journalistin verfasst worden. Meine Eltern mögen ihre Artikel und Kolumnen und ich bin gespannt auf ihren Humor und ihren Schreibstil. Komplikationen der Protagonisten sind auf jeden Fall vorprogrammiert und Lesespass garantiert (haha, dieses Wortspiel)!

americanah, chimamanda ngozi adichie

Die große Liebe von Ifemelu und Obinze beginnt im Nigeria der neunziger Jahre. Dann trennen sich ihre Wege: Während die selbstbewusste Ifemelu in Princeton studiert, strandet Obinze als illegaler Einwanderer in London. Nach Jahren kehrt Ifemelu als bekannte Bloggerin von Heimweh getrieben in die brodelnde Metropole Lagos zurück, wo Obinze mittlerweile mit seiner Frau und Tochter lebt. Sie treffen sich wieder und stehen plötzlich vor einer Entscheidung, die ihr Leben auf den Kopf stellt. Adichie schreibt bewundernswert einfach, grenzenlos empathisch und mit einem scharfen Blick auf die Gesellschaft. Ihr gelingt ein eindringlicher Roman, der Menschlichkeit und Identität eine neue Bedeutung gibt.
Chimamanda Ngozi Adichie ist in meiner Sommerliteratur gleich zweimal vertreten, und das mit Freude. Auch Americanah habe ich bereits von vielen Leuten empfohlen bekommen und ich bin unglaublich gespannt auf diesen Roman. Denn trotz dem vielen Lob, dem ich der Autorin immer zuspreche, habe ich noch keinen einzigen Roman von ihr gelesen. Das muss sich schleunigst ändern, ich freue mich auf die Lektüre! Nigeria ist dabei sowieso ein wahnsinnig spannendes Setting, ganz anders als alles, was ich sonst so lese. 

tuesday nights in 1980, molly prentiss

James, Raul und Lucy wollen in New York berühmt werden. Die Kunstszene der Stadt ist im Umbruch, überall gibt es spontane Aktionen, Sprayer und Maler erobern das Stadtbild. Noch ist das Leben billig, sie müssen nur die richtigen Leute treffen. Ein paar tausend Kilometer südlich in Buenos Aires wird Rauls Schwester von der Militärjunta verfolgt. Als ihr kleiner Sohn in New York auftaucht, reißt er die drei aus ihrem Leben für die Kunst.
Silvester 1979. Drei junge Künstler begegnen sich in New York auf einer Party, berauscht von Erwartungen an das neue Jahrzehnt. Sie sind Teil der schillernden Kunstszene und ein enges Trio. Sie leben zügellos, feiern die Kunst und hoffen auf den schnellen Ruhm. Raul ist ein leidenschaftlicher Maler, der vor der argentinischen Militärdiktatur nach New Yorkgeflohen ist. Er taucht ein in eine Welt der Kreativität und Freiheit. James ist der führende Kunstkritiker der Stadt. Seine Synästhesie ermöglicht es ihm, Gemälde körperlich zu verstehen. Und die Provinzschönheit Lucy ist nach New York gekommen, um all ihre Träume zu verwirklichen. Das Jahr 1980 wird für die drei zum Schicksalsjahr. Als Künstler und als Persönlichkeiten. Bis Rauls kleiner Neffe bei ihnen vor der Junta in Sicherheit gebracht wird. Plötzlich reicht es ihnen nicht mehr, sich dem Hunger nach Leben hinzugeben.
Für unser Lesegrüppchen lese auch ich Tuesday Nights in 1980. Es ist das einzige Buch, das ich auf Englisch dabei habe, worauf ich mich zusätzlich freue. Die Geschichte hört sich sehr spannend an und alles scheint zu stimmen. Der Ort, die Zeit und der Plot. Meine Erwartungen sind nach dem Klappentext bereits recht hoch! 

solange wir lügen (nous les menteurs), e.lockhardt

Was vorletzten Sommer geschah ... Eine wohlhabende Familie. Ein Mädchen ohne Erinnerung an die letzten beiden Sommer. Vier Jugendliche, deren Freundschaft in einer Katastrophe endet. Ein Unfall. Ein schreckliches Geheimnis. Nichts als Lügen. Wahre Liebe. Die Wahrheit. Eine wohlhabende und angesehene Familie. Eine Privatinsel vor der Küste Massachusetts. Ein Mädchen ohne Erinnerungen. Vier Jugendliche, deren Freundschaft in einer Katastrophe endet. Ein Unfall. Ein schreckliches Geheimnis. Nichts als Lügen. Wahre Liebe. Die Wahrheit.
Und das letzte Buch, das es in die Auswahl meiner Ferienlektüre geschafft hat, ist ein Französisches. Ich habe mir dieses Buch vor einem Jahr in Paris gekauft, weil ich es als einziges vom Cover her kannte und bin deshalb recht gespannt auf den Inhalt. Die Sprache wird wohl im Vordergrund stehen und eine zusätzliche Schwierigkeit darstellen, aber on verra!




ferienlektüre mara




just kids, patti Smith
Patti Smith führt uns in das New York der frühen siebziger Jahre, in eine Ära, die für sie vor allem von der tiefen Freundschaft zu einem Menschen geprägt wird: dem später zu Weltruhm gelangten Fotografen Robert Mapplethorpe. "Just Kids" erzählt die bewegende Geschichte zweier seelenverwandter, die für und durch die Kunst leben, und entwirft zugleich ein betörendes Bild einer revolutionären Epoche.
Als Patti Smith und Robert Mapplethorpe sich im Sommer 1967 in New York kennenlernen, sind sie beide 20 und ohne einen Pfennig in der Tasche auf der Suche nach einem freien Leben als Künstler. Eine intensive Liebesgeschichte beginnt, die später in eine tiefe Freundschaft übergeht. Von Brooklyn ziehen sie ins Chelsea Hotel, wo Patti Smith Bekanntschaft macht mit Janis Joplin, Allen Ginsberg, Sam Shepard, Todd Rundgren, Tom Verlaine und vielen anderen Künstlern. Patti Smith taucht ein in die Welt der Rockmusik und wird zu einer der einflussreichsten und stilprägendsten Künstlerinnen des Jahrzehnts. Auch wenn sich ihre Wege zwischendurch trennen, bleiben Patti und Robert bis zu dessen Tod im Jahr 1989 eng verbunden.
Immer noch nicht habe ich Just Kids gelesen - zuletzt habe ich es euch vor etwa einem Jahr gezeigt mit dem Beschluss, es in den Ferien zu lesen. Daraus wurde nichts, aber ich möchte mich mit viel Zeit dem Buch widmen. Da wir uns auch mal ein paar Tage in schönster Landschaft und ohne brodelndes Stadtleben um uns herum befinden, werde ich es mir für dann vornehmen.

m train, patti Smith
Auf unnachahmliche Weise erzählt Patti Smith aus ihrem Leben, von ihrem Ehemann, ihren Kindern und von Dingen und Menschen, die sie im Laufe ihres Lebens verloren hat und die dadurch für sie noch mal an Bedeutung gewonnen haben. Patti Smith nimmt den Leser mit in unzählige Cafés auf der ganzen Welt, in denen sie schreibt, malt, Listen komponiert und nachdenkt. Über alte Zeiten, über die Gegenwart und über die Bücher, die sie gerade liest oder dringend wieder lesen muss. Bis zu vierzehn Tassen Kaffee trinkt man mit ihr pro Tag und schweift dabei zusammen mit ihr durch ihr Leben, von den 1980er-Jahren bis heute. Es geht auf spektakuläre Reisen, z.B. nach Französisch-Guyana auf den Spuren von Jean Genet oder zu den Gräbern seelenverwandter Künstler wie Sylvia Plath, Arthur Rimbaud oder Frida Kahlo. Mit zahlreichen von Patti Smith gemachten Fotos.
Tatsächlich möchte ich auch gerne noch ein zweites Buch von Patti Smith lesen. Sie erzählt hier phragmentartig von Reisen und Erinnerungen, und wenn man gerne ein Reisejournal schreibt und sich gerade in Mexico befindet, ist dieses Buch wohl ein Muss. Ich freue mich, einzutauchen.

flammenwerfer, rachel Kushner
1975: Die Hobby-Motorradrennfahrerin Reno (so ihr Spitzname, nach ihrem Geburtsort) kommt nach einem Rekordversuch auf den großen Salzseen nach Manhattan, um in die kreativ explodierende Künstlerszene SoHos einzutauchen. In einer Welt, in der die Grenzen zwischen Leben und Kunst verschwimmen, trifft sie auf eine Schar von Träumern, Revoluzzern und Phantasten: Unter ihnen auch Sandro Valera, erfolgreicher Konzeptkünstler und exzentrischer Erbe einer italienischen Reifen- und Motorrad-Dynastie, in den sie sich verliebt. Aber bei einem Besuch bei seiner Familie in deren Sommerresidenz am Comer See gerät sie in den Strudel einer echten Revolte, die sich in Streiks, Straßenkämpfen, Entführung und Mord Bahn bricht ...
Die Geschichte so zusammengefasst hört sich wie ein Film an. Zumindest sprechen mich Kushners Bücher sehr an, schon seit längerer Zeit. Jugendkultur, Kunst und voranschreitende Politisierung, es gibt für mich nichts spannenderes. Aber auch New York ist eine meiner Lieblingsstädte und ein wunderbares Setting. Ich freue mich!

chaya, kathy zarnegin
Teheran, 70er Jahre: Ein junges Mädchen beschließt, Schriftstellerin zu werden, und träumt von Europa. Kaum ist sie mit 14 aus dem turbulenten Iran im Herzen Europas angekommen, verwandelt sich das neugierige Kind im Schnelldurchlauf in eine Frau, die plötzlich "vor dem Leben" steht: Wie rasch lerne ich die neue Sprache, wie komme ich an Geld, was mache ich mit meinen Träumen, wo finde ich den, mit dem es sich lieben lässt? Chaya ist ein Paradiesvogel, unangepasst, freiheitshungrig, eine Frau, die sich von nichts und niemandem schrecken lässt, ein Großstadtwesen und manchmal sogar ein quittengelber Kanarienvogel. Wie damals "Zazie in der Metro" streift Chaya abenteuerlustig durch eine Welt, die sich vor ihr in eine wundersame bunte Kugel verwandelt.
Der unabhängige 'weissbooks' Verlag konnte mich mit sorgsamer Auswahl und extrem berührenden und einzigartigen Büchern bereits für sich gewinnen. Aber auch davon abgesehen ist die Geschichte von Chaya eine, die mich brennend interessiert - meiner Mutter geht es anscheinend gleich, denn eines Abends lag dieses Buch auf unserem Tisch. Bücher zu teilen und auf Reisen mitzunehmen, macht noch dazu sehr viel Sinn!

paulina & fran, rachel b. glaser
At their New England art school, Paulina and Fran both stand apart from the crowd. Paulina is striking and sexually adventurous—a self-proclaimed queen bee with a devastating mean-girl streak. With her gorgeous untamed head of curly hair, Fran is quirky, sweet, and sexually innocent. An aspiring painter whose potential outstrips her confidence, she floats dreamily through criticisms and dance floors alike. On a school trip to Norway, the girls are drawn together, each disarmed by the other’s charisma.
Though their bond is instant and powerful, it’s also wracked by complications. When Fran winds up dating one of Paulina’s ex-boyfriends, an incensed Paulina becomes determined to destroy the couple, creating a rift that will shape their lives well past the halcyon days of art school.  
Am wahrscheinlichsten werden hier weitere englische Bücher bei mir einziehen, weswegen ich erstmal nur eines mitnahm. Die Entscheidung fiel mir schwer, denn meine ganze feine englische Auswahl möchte ich endlich lesen und aufsaugen. Aber Paulina & Fran, diese beiden Namen lächeln mir von ihrem Buchrücken aus immer so zu, und es war vielleicht ein Ding der Hypnose, aber ich habe mich kurzerhand für dieses entschieden. Ich erhoffe mir viel davon, ein Kunstschulen-Setting finde ich immer interessant, oft aber auch heikel. Aber weibliche Freundschaft ist etwas vom stärksten, und es gibt nicht allzu viele kluge Geschichten darüber...

das rauschen in unseren köpfen, svenja gräfen
Lene lebt mit ihrer besten Freundin in einer WG in einer großen Stadt, ihre liebevolle Familie und der Freundeskreis geben Halt. Als sie Hendrik begegnet, scheint ihr Glück perfekt. Sie plant eine gemeinsame Zukunft, doch Hendriks Vergangenheit schleicht sich in ihr Leben ein. Da ist seine zerrüttete Familie, sein bisweilen merkwürdiges Verhalten. Und Klara.
Auch hier gibt es einige Faktoren, die das Buch zu einem potentiellen Liebling werden lassen - meine Beuteschema lässt sich garantiert noch mit 'Grossstadt' erweitern, besonders, wenn diese wie Berlin oder London oder so heisst. Das Buch ist mein erstes aus dem neuen Ullstein5 Imprint, welches den Fokus auf junge Autor_innen und deren Werke legt, die alle etwas unkonventioneller wirken. Ich habe bereits in das Buch reingelesen und liebe den poetisch-berauschenden Schreibstil Gräfens bereits schon!

tuesday nights in 1980, molly prentiss
James, Raul und Lucy wollen in New York berühmt werden. Die Kunstszene der Stadt ist im Umbruch, überall gibt es spontane Aktionen, Sprayer und Maler erobern das Stadtbild. Noch ist das Leben billig, sie müssen nur die richtigen Leute treffen. Ein paar tausend Kilometer südlich in Buenos Aires wird Rauls Schwester von der Militärjunta verfolgt. Als ihr kleiner Sohn in New York auftaucht, reißt er die drei aus ihrem Leben für die Kunst.
Silvester 1979. Drei junge Künstler begegnen sich in New York auf einer Party, berauscht von Erwartungen an das neue Jahrzehnt. Sie sind Teil der schillernden Kunstszene und ein enges Trio. Sie leben zügellos, feiern die Kunst und hoffen auf den schnellen Ruhm. Raul ist ein leidenschaftlicher Maler, der vor der argentinischen Militärdiktatur nach New Yorkgeflohen ist. Er taucht ein in eine Welt der Kreativität und Freiheit. James ist der führende Kunstkritiker der Stadt. Seine Synästhesie ermöglicht es ihm, Gemälde körperlich zu verstehen. Und die Provinzschönheit Lucy ist nach New York gekommen, um all ihre Träume zu verwirklichen. Das Jahr 1980 wird für die drei zum Schicksalsjahr. Als Künstler und als Persönlichkeiten. Bis Rauls kleiner Neffe bei ihnen vor der Junta in Sicherheit gebracht wird. Plötzlich reicht es ihnen nicht mehr, sich dem Hunger nach Leben hinzugeben.
Was kann man anderes erwarten nach diesem Klappentext: ich rannte zur Kasse und ein weiteres Buch befand sich auf meinem Nachtisch. Da es sich aber wirklich gut anhört, haben wir es uns für den nächsten Literaturclub-Durchgang aufgespart. Jetzt ist es also endlich dran, und ich kann es kaum erwarten. Nach dem 70er Jahre New York Patti Smiths kommt dann also dieses Buch dran.

extrem laut und unglaublich nah, jonathan safran foer
Oskar Blum ist altklug und naseweis, hochbegabt und phantasievoll. Eine kleine Nervensäge, die schon mit neun Jahren eine Visitenkarte vorweist, auf der sie sich als Erfinder, Schmuckdesigner und Tamburinspieler ausweist. Vor allem aber ist Oskar todtraurig und tief verstört. Auch noch zwei Jahre nachdem sein Vater beim Angriff auf das World Trade Center ums Leben kam. Nun will er herausfinden, warum Thomas Schell, der ein Juweliergeschäft hatte, sich ausgerechnet an diesem Tag dort aufhielt. Mit seinem Tamburin zieht Oskar durch New York und gerät in aberwitzige Abenteuer.
Ich kann verstehen, wenn das nun der ein oder anderen zu viel New York wird (obwohl, ich bezweifle, dass es das gibt. Zumindest in meinem Fall). Bei besagtem Werk haben wir es allerdings mit einer Art modernem Klassiker zu tun - alle Welt richtete die literarischen Riecher nach Foer und erwartet neue Romane. Da lieferte er nun auch ab, der Schinekn 'Hier bin ich' wird von allen begeistert gelesen. Ich starte erstmal am Anfang, und, eben, in New York:

panikherz, benjamin von stuckrad barre
Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt eine Geschichte, wie man sie sich nicht ausdenken kann: Er wollte den Rockstar-Taumel und das Rockstar-Leben, bekam beides und folgerichtig auch den Rockstar-Absturz. Früher Ruhm, Realitätsverlust, Drogenabhängigkeit. Udo Lindenbergs rebellische Märchenlieder prägten und verführten ihn, doch Udo selbst wird Freund und später Retter. Und dann eine Selbstfindung am dafür unwahrscheinlichsten Ort - im mythenumrankten Hotel "Chateau Marmont" in Hollywood. Was als Rückzug und Klausur geplant war, erweist sich als Rückkehr ins Schreiben und in ein Leben als Roman. Drumherum tobt der Rausch, der Erzähler bleibt diesmal nüchtern. Schreibend erinnert er sich an seine Träume und Helden - und trifft viele von ihnen wieder, am Ende auch sich selbst.
Popkultur, oder eher Rock-Kultur, kann extrem brisant und aktuell sein. Benjamin von Stuckrad-Barre muss mit diesem Roman ein mutiges und aufwühlendes Buch zur Thematik geschrieben haben, sein Schreibstill soll dabei so sein, wie ich ihn bei autobiographisch-angelehnten Erzählungen liebe: lehrreich, ohne belehrend zu wirken. Denn von einem wirklich gelebten Leben einer inspirierenden Person kann man wohl am allermeisten mitnehmen.

Frida kahlo, hayden herrera
Und da schliesse ich gerne und schön mit der Autobiografie einer Künstlerin ab, die ich mit ganzem Herzen liebe und in deren Stadt ich mich gerade befinde. Das Frida Kahlo Haus wird besichtigt, die Frida Kahlo Biografie gelesen, Postkarten von dieser unglaublichen Frau werden ins Reisejournal geklebt und über ihre Weisheiten wird viel nachgedacht. Auch wenn ich ihr Leben kenne, bin ich bereits, voll und ganz darin abzutauchen.